Wohnhaus

Bismarckstraße 40 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6715
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Bismarckstraße 40, 50672 Köln
Baujahrum 1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.01.1993
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1897, 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit 3 neueren Gauben, 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch flache Wandvorlage (1. - 3. OG) und 2geschossigen Erker auf trapezförmigem Grundriß mit aufgesetztem Balkon (weitgehend originale Brüstung), Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, Fassade im Bereich des Souterrains verändert, Fenster und Türen verändert. Rückseite mit Treppenhausrisalit in zweifarbigem Klinker, Fenster größtenteils verändert, ältere Eingangstür aus Holz mit davorliegender originaler Treppe. Im Innern original erhalten: in Vestibül und Flur inkrustierter Terrazzoboden; im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer, Zwischenpfosten und aufwendig gestaltetem Antrittspfosten. Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfriedungsmauer aus Backstein.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich - mit der Ringstraße als Kernstück - halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Bismarckstraße, die mit der Moltke- und Roonstraße die als Boulevard gestaltete äußere oder zweite Ringstraße bildet, wurde 1897 - 1903 bebaut. Das um 1897 errichtete Haus Nr. 40 gehört hier zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Es hebt sich durch seine axialsymmetrische architektonische Gestaltung, wobei der 2geschossige Erker einen markanten Akzent setzt, besonders hervor. Der Vertikalbetonung durch Erker und Wandvorlage wirken die horizontal verlaufenden Linien der Rustizierung im Hochparterre - ehemals auch im Souterrain - sowie die der Stockwerk- und Sohlbankgesimse entgegen. Die mit Stuckdekor im Stil der Neurenaissance versehene Fassade ist vor allem im Bereich des 1. OGs, etwa durch die Pilaster, reicher gegliedert worden. Hier befand sich einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen. Das o. g. Objekt, das mit seinem schräg gegenüberliegenden, ebenfalls im Stil der Neurenaissance erbauten Nachbarhaus Nr. 31 ein Ensemble bildet, ist somit unbedingt erhaltenswert. Trotz einiger Veränderungen bewahrt es weitgehend das historische Erscheinungsbild an der Bismarckstraße und wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute die Architekturentwicklung in Köln zur Zeit der Jahrhundertwende anschaulich macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0