Wohnhaus
Schillstraße 7 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6799 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schillstraße 7, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 bis 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.05.1993 |
| Stadtteil | Nippes |
Errichtet 1905/1906. 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach; 2 Achsen, asymmetrisch angelegt; Betonung der rechten Achse durch hohen Schweifgiebel. Putzfassade mit Horizontalgliederung durch Stockwerksgesims über dem Erdgeschoß und Kranzgesims; in der Zone der Obergeschosse und im Giebelfeld dezente Stuckierung in Ornamenten eines barockisierenden Jugendstils. Die ursprünglich verschieferte Steilfläche des Mansarddaches um die Gaube in der linken Achse neu gedeckt. Fenster erneuert; von den beiden Hauseingängen hat der linke noch die originale Tür (Oberlicht verändert).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes zu einem bedeutenden Industrieort, der als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Nachdem rapides Bevölkerungswachstum zu großer Wohnungsnot geführt hatte, erlebte Nippes seit etwa 1895 einen regelrechten Bauboom. Erstmals wurden nun auch Gebiete nördlich der alten Achse Flora-/Mauenheimer Straße systematisch für eine Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser erschlossen. So entstand in der kurzen Zeit von 1900 bis 1905 zwischen Flora- und Nordstraße ein (überall nach Helden oder Schlachtorten der "Befreiungskriege" benanntes) Netz gänzlich neuer Straßen um die 1905 nach dem Entwurf von Fritz Encke geschaffene große rechteckige Grünanlage "Leipziger Platz".
Anlage und Erstbebauung sowohl der Schillstraße als auch des Erzberger (ursprünglich: "Königin-Luisen-") Platzes und der platzartigen Erweiterung der Mauenheimer Straße im Bereich der ältesten Nippeser Pfarrkirche (heute: St. Heinrich und Kunigund) sind in diesem städtebaulichen Zusammenhang zu sehen. Er entspricht sozialgeschichtlich einer um die Jahrhundertwende mit einer gewissen Stagnation der industriellen Entwicklung einsetzenden Wandlung des Industrieortes Nippes zum beliebten Wohnort auch wohlhabenderer Schichten des Mittelstandes. - Die Schillstraße, angelegt 1904 als Verlängerung der Achse Blücherstraße westlich der Neusser Straße, schuf die Anbindung des neuen Viertels um den Leipziger Platz an die alte Mauenheimer Straße. Bereits Ende 1907 war die linke Seite der Schillstraße komplett bebaut, während die Häuserzeilen, die auf der rechten Straßenseite die südliche Schmalseite der Grünanlage "Königin-Luisen-Platz" flankieren, erst um 1914 vollendet wurden. Mit den Häusern Nr. 3-13 und der anschließenden Nordseite des Hauses Mauenheimer Straße 32 haben wir noch ein in geschlossener Zeile erhalten gebliebenes Ensemble der Erstbebauung, das trotz manchen Verlusten an historischer Substanz - ähnlich der erhalten gebliebenen Erstbebauung des gegenüberliegenden Erzberger Platzes - bis heute das für die Zeit kurz nach der Jahrhundertwende charakteristische, vom Jugendstil beeinflußte, im übrigen historistisch-eklektizistisch variantenreiche Erscheinungsbild der Fassaden drei- bis viergeschossiger, auch auf mittelständische Kreise zugeschnittener Mietwohnbauten dokumentiert. Das Haus Nr. 7 mit seiner bis auf Fenster und eine Haustür im Originalzustand erhaltenen Fassade ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Ensembles.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0