Wohnhaus
Neusser Wall 48 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6826 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Neusser Wall 48, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.05.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1906, 4-5 Geschosse, 6 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil (Fugenschnitt im EG), axialsymmetrischer Fassadenaufbau: mittlere Achsen niedriger (4 Geschosse) mit je einer Gaube im DG, 2. und 4. Achse mit erkerartigen Wandvorlagen und bekrönenden Zierbalkon (orig. Brüstung), mittiger Hauseingang (Haustür z. T. verändert); Fenster verändert. Rückfront in Backstein; 2 Balkone; Fensteröffnungen z. T. verändert. Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich Terrazzotreppe mit Metallgeländer (neuerer Mipolamhandlauf), Wandverkleidung in Marmor, Wand- und Deckenstuck, Stützbogen; im Treppenhausbereich: Fliesenboden, Terrazzotreppe und Holzgeländer (Antrittspfosten, gedrechselte Stäbe und Handlauf), inkrustierter Terrazzoboden auf den Absätzen, Stuckreliefs; in den Wohnungen Reste von Deckenstuck und z. T. Zimmertüren.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser- und Riehler Straße, das sogenannte "Gerichtsviertel", wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des gegenüber dem Fort X verlaufenden ab 1906 einseitig mit Mietstockwerkbauten bebauten Straßenzuges Neusser Wall und bildet mit den Nachbarbauten ein in großen Zügen original erhaltenes Ensemble, wobei es mit seiner breiten axialsymmetrisch aufgebauten Straßenfront mit Stuckdekorationen im geometrischen Jugendstil einen besonders markanten Blickpunkt bildet. Als Hinweis auf die architektonische und sozialgeschichtliche Entwicklung der Kölner Neustadt sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt in diesem Wohnbereich wird das o. g. Wohnhaus - vor allem auch im Hinblick auf o. g. Ensemble - zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0