Wohn- u. Geschäftshaus
Gladbacher Straße 13 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6848 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gladbacher Straße 13, 50672 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.06.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1898 (inschr. dat.) als Eckhaus zur Spichernstraße, 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 4 : 1 : 5 Achsen, Backsteinfassade (geschlämmt) mit Stuckgliederungen in Stilanklängen an Neugotik und Renaissance, abgeschrägte Ecke mit 2geschossigem Erker auf rechteckigem Grundriß und hohem Turmhelm (Zinkeindeckung; neue Fensteröffnungen). Fassade zur Gladbacher Straße: Mittelachse leicht hervorgehoben mit Giebelhaus (verändert) im DG; neuere Gauben im DG; EG mit Ladenlokal (Eingang auf der Hausecke mit neuer Haustür) verändert (glatt verputzt). Fenster z. T. verändert, Haustür verändert. Rückfront: in Backstein (geschlämmt); Hinterhof z. T. später überdacht. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich inkrustierter Terrazzoboden, Wandfliesen und Deckenstuck; Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Holzhandlauf, inkrustierter Terrazzoboden auf den Etagen; Wohnungs- und größtenteils Zimmertüren.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Die Gladbacher Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße und Teil der Subbelrather Straße, begrenzt das mit der Anlage der Neustadt ab 1881 entstandene sogenannte "Westend", ein sich westlich der Ringe zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße ausdehnendes gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Sie wurde zum Teil um 1890, zum Teil erst um 1900 bebaut. Das o. g. Wohn- und Geschäftshaus ist integraler Bestandteil eines gemeinsam mit seinen etwa zeitgleich errichteten Nachbarhäusern (Nr. 15 bis 23) gebildeten Ensembles und vermittelt - an der Ecke zur Spichernstraße gelegen - auch zur anschließenden Gründerzeitbebauung dieser Straße. Als markant mit turmartig ausgebildeter Hausecke gestaltetes Eckgebäude verdeutlicht es ein wichtiges Prinzip der Gründerzeit, welches die besondere bauliche Betonung der Ecksituation vorsieht. Sparsame Stuckgliederungen in Anklängen an Gotik und Renaissance tragen ebenso wie der Materialwechsel zwischen Backstein und Stuck zum abwechslungsreich gestalteten Erscheinungsbild des o. g. Objektes bei. Auch wenn das Wohn- und Geschäftshaus in Teilen verändert worden ist, veranschaulicht es die Architekturentwicklung in Köln um die Jahrhundertwende und wird - auch im Hinblick auf o. g. Ensemble - zu einem unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0