Büro- und Verwaltungsgebäude (Gerling)
Gereonshof 10 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6860 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Büro- und Verwaltungsgebäude (Gerling) |
| Adresse | Gereonshof 10, 50670 Köln |
| Baujahr | 1957 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.06.1993 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut 1957, Architekten: Atelier Düsseldorf; Teil einer einheitlich gestalteten Blockbebauung (Gerling-Verwaltungsbauten); in der Flucht vorspringendes 4geschossiges Gebäude mit Flachdach und markant vorkragendem Hauptgesims; zurückgesetztes Erdgeschoß mit Kolonnaden (am Gereonshof); Natursteinfassaden, Seitenfassade mit überlebensgroßem Halbrelief von Arno Breker (St. Georg); Fenster und Türen original. Rückseite mit Natursteinverblendung. Fenster und Türen größtenteils original.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Ausgehend vom Palais Gottlieb von Langen, einer 1882 von H. Pflaume an der Von-Werth-Straße erbauten Villa im Stil der Neurenaissance, entstand hier, im Gereonsviertel der Kölner Altstadt, der architektonisch und städtebaulich einheitlich durchgeformte homogene Bautenkomplex des Gerling-Konzerns. Wurden bereits in den 30er Jahren zwei Erweiterungsflügel in direktem Anschluß an das 1920 vom Konzern erworbene Palais errichtet, erfolgte der entscheidende Ausbau mit Schwerpunkt am Gereonshof vor allem während der 50er Jahre, die als erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit erlangen. Das o. g. Objekt wurde 1957 nach Plänen der Architekten des Ateliers Düsseldorf unter maßgeblicher Beteiligung von Arno Breker realisiert. Dabei erfolgte die architektonische Gestaltung des og. Gebäudes, das den Abschluß der - aus den 50er Jahren stammenden - Bauten an der Nordseite des Gereonshofs bildet, analog zum direkt gegenüberliegenden Seitenflügel des zeitgleich entstandenen sog. FW-Gebäudes derselben Architekten (Gereonshof 21-43). Beide Baukörper, die die zentrale Platzanlage am Gereonshof im Osten rahmen, weisen direkt am Straßenzug ein zurückgesetztes Erdgeschoß mit Kolonnaden auf. Hierdurch entsteht eine Art Durch- und Zugangssituation, die durch die überlebensgroßen Halbreliefs von Arno Breker - beim o. g. Objekt die Darstellung von St. Georg, gegenüber die von St. Martin - zusätzlich akzentuiert wird. Ansonsten wird die Muschelkalkfassade des obigen Gebäudes entsprechend zur Bebauung am südlichen Gereonshof, zu der es überleitet, durch die dunkel abgesetzte Betonung der Stockwerke, die bänderartige Reihung der Fenster und das markant vorkragende Hauptgesims gegliedert. Das o. g. Gebäude ist somit als besonders qualitätvolles Zeugnis der Architektur der 50er Jahre unbedingt erhaltenswert. Es veranschaulicht dabei eine weiterbestehende, vom Bank- und Versicherungswesen favorisierte klassizistisch-konservative Architekturauffassung, wobei schon durch die gewählten Materialien, etwa Werkstein, ein Eindruck von Solidität und Stabilität hervorgerufen werden soll. Auch als integraler Bestandteil eines in Köln einzigartigen Bürogebäudekomplexes, mit dem zentralen Merkmal einer axialen Ausrichtung der Baukörper bei Wahrung der stilistischen Kontinuität, wird obiges Objekt zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0