ehem. Garage Gerlingkonzern
Gereonshof 12 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6861 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | ehem. Garage Gerlingkonzern |
| Adresse | Gereonshof 12, 50670 Köln |
| Baujahr | 1950 bis 1953 |
| Architekt / Planung | Hentrich, Heuser, Erich Hennes |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.06.1993 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut 1950-53, Architekten: Hentrich und Heuser (Planung) und Erich Hennes (Überarbeitung und Realisation); Teil der einheitlich konzipierten Gerling-Verwaltungsbauten; 2geschossiger flachgedeckter Stahlbetonskelettbau auf rechtekkigem Grundriß mit kleinem Rücksprung beim Anschluß an den Nachbarbau (Nr. 10); nach Innen gezogener Zufahrtsbereich mit Toren, bänderartiger Fenstertür-Reihung (OG) sowie Balkonbrücke (originales Brüstungsgitter), Natursteinfassade; Fenstertüren und Tore weitgehend original. Rückseite bzw. eine rückwärtige Seitenfront weitgehend als natursteinverblendete Rasterfassade (die der Kapelle zugewandte Seitenfront durch neuere Verblendung und Fensterdurchbrüche verändert), Fenster und Türen sonst größtenteils original.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Ausgehend vom Palais Gottlieb von Langen, einer 1882 von H. Pflaume an der Von-Werth-Straße erbauten Villa im Stil der Neurenaissance, entstand hier, im Gereonsviertel der Kölner Altstadt, der architektonisch und städtebaulich einheitlich durchgeformte homogene Bautenkomplex des Gerling-Konzerns. Wurden bereits in den 30er Jahren zwei Erweiterungsflügel in direktem Anschluß an das 1920 vom Konzern erworbene Palais errichtet, erfolgte der entscheidende Ausbau mit Schwerpunkt am Gereonshof vor allem während der 50er Jahre, die als erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit erlangen. Das o. g. Objekt bildet zusammen mit dem Archiv den rechten niedrigen Flankenbau des Hochhauses am Gereonshof. Wie bei diesem, stammt auch hier die ursprüngliche Planung von den Architekten Hentrich und Heuser. Nach einer Überarbeitung durch das eigene Architekturbüro des Konzerns unter Leitung von Erich Hennes erfolgte die Ausführung im Kontext mit dem Hochhausbau 1950-53. Die architektonische Gestaltung des o. g. Objekts entspricht seiner einstigen Funktion als Garage. Der Bau springt im Bereich der fast fassadenbreiten Zufahrt und nahezu in seiner gesamten Höhe weit zurück. Nur die äußere Kontur schließt so bündig an den Archivbau an. In Höhe des 1. Obergeschosses ist eine Balkonbrücke eingefügt, die das Gebäude in seiner Horizontale betont. Durch die einheitliche Natursteinverblendung wird das o. g. Objekt dabei optisch eingebunden und rundet gleichzeitig das Erscheinungsbild der niedrigen, das Hochhaus flankierenden Bauten ab. Das o. g. Gebäude ist somit als besonders qualitätvolles Zeugnis der frühen Nachkriegsarchitektur unbedingt erhaltenswert. Es veranschaulicht dabei eine weiterbestehende, vom Bank- und Versicherungswesen favorisierte klassizistisch-konservative Architekturauffassung, wobei schon durch die gewählten Materialien, etwa Werkstein, ein Eindruck von Solidität und Stabilität hervorgerufen werden soll. Auch als integraler Bestandteil eines in Köln einzigartigen Bürogebäudekomplexes, mit dem zentralen Merkmal einer axialen Ausrichtung der Baukörper bei Wahrung der stilistischen Kontinuität, wird obiges Objekt zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0