ehem. Kapelle

Gereonskloster 14 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6864
Typ Gebäude-Denkmal
Bezeichnungehem. Kapelle
Adresse Gereonskloster 14, 50670 Köln
Baujahr1862, 1959
Architekt / PlanungVincenz Statz
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.06.1993
Stadtteil Altstadt/Nord

1862 von Vincenz Statz erbaut, 1959 instandgesetzt; ehemals Kapelle des Karmeliterinnenklosters (heute Betriebsbücherei des Gerling-Konzerns); ursprünglich freistehende 3schiffige neugotische Kapelle mit polygonalem Chor; Backsteinfassaden mit Werksteingliederungen (teilweise verändert); Maßwerkfenster in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, 2 originale Türen (Holz) aus den 50er Jahren (z. T. mit kurzer Treppe und Metallgeländer), neuerer Türdurchbruch an der Ostseite (Anschluß des neueren Bürogebäudekomplexes). Im Innern ist von denkmalpflegerischer Relevanz: Bodenbelag mit Solnhofener Platten, 2 Rundpfeiler (mit Werksteinbasis, Marmorschaft und Stuckkapitell), Kreuzrippengewölbe.

Am heute zum Teil platzartig gestalteten Gereonskloster befanden sich einst die Stiftsgebäude der benachbarten romanischen Kirche St. Gereon. 1852 wurde hier der Neubau des Karmeliterinnenklosters (Gereonskloster 14) nach Plänen von Dombaumeister Vincenz Statz errichtet. Das og. Objekt wurde als dazugehörige Kapelle bereits in dieser Zeit mitgeplant, gelangte aber erst zehn Jahre später, 1862, zur Ausführung. Es handelt sich hier um eine neugotische Backsteinkapelle mit zwei dreischiffigen Gewölbejochen auf zwei Säulen und mit angebautem fünfseitigen Chor. Die Fassaden sind mit sparsamen Werksteingliederungen versehen worden. Hervorzuheben ist darüber hinaus vor allem das ebenfalls in Werkstein ausgeführte Maßwerk der Fenster. Die Kapelle, die später zum "Asyl für arme Mädchen" des Pfarrers Jacob van Gils gehörte, wurde 1955/56 vom Gerling-Konzern erworben und 1959 restauriert. 1974 wurde sie schließlich - ähnlich dem benachbarten ehemaligen Stadtarchiv - in den neuen Bürogebäudekomplex von Koerfer und Menne integriert und beherbergt heute die Betriebsbücherei des Konzerns. Das og. Objekt ist das einzige Gebäude, das sich von Vincenz Statz, dem bedeutenden Baumeister der Neugotik, in der Kölner Altstadt erhalten hat. Schon im Hinblick hierauf, aber auch im Ensemble mit dem neugotischen ehemaligen Archiv- und Bibliotheksgebäude der Stadt Köln, wird es somit zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0