Wohnhaus
Schwerinstraße 16 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6869 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schwerinstraße 16, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.06.1993 |
| Stadtteil | Nippes |
Um 1904 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit einer Gaube und mittigem Giebelhaus; in der Mittelachse fassadenhoher Standerker mit aufgesetztem Balkon (Geländer verändert). Reich dekorierte Stuckfassade im Jugendstil. Fenster teilweise verändert, Haustür nebst Oberlicht original. Rückseite und Anbau: originaler Putz, mit Traufgesims; Fenster verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül ornamentierter Fliesenboden; glasierte Wandfliesen, darüber Wandstuck sowie Stuck an der gewölbten Decke; runder Stützbogen mit Stuck und Fliesen; etwas Deckenstuck hinter dem Stützbogen; im Flur Bodenfliesen, Wandfliesen (ca. 20er Jahre) sowie Holzbriefkästen; Terrazzotreppe (zum Speicher Betontreppe), Holzgeländer mit gedrechstelten Stäben und Antrittspfosten; Zwischenpodeste mit ornamentiertem Fliesenboden; weitgehend die Linkrusta-Wandverkleidung inkl. hölzerner Profilleiste; alle Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen Zimmertüren sowie Deckenstuck. Vorgarten mit originalem schmiedeeisernen Einfriedungsgitter. Nicht zum Denkmal gehören: der an das Vorderhaus anschließende Schuppen sowie der an den rückwärtigen Anbau grenzende eingeschossige Baukörper.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die 1888 zu Köln hin eingemeindete ehemalige ländliche Siedlung Nippes zu einem wichtigen Industriestandort. Die Schwerinstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, ist Bestandteil eines nach der Jahrhundertwende im Bereich des Leipziger Platzes planmäßig ausgebauten Wohngebietes, das seinen sowohl städtebaulichen als auch zeitlichen Abschluß in der Bonifatiuskirche (1913/14) an der Gneisenaustraße erhielt und in dem sich vornehmlich eine bürgerliche Erstbewohnerschaft ansiedelte. Das Gebäude präsentiert den in diesem Bezirk vorherrschenden, für Nippes typischen relativ flächigen Jugendstil. Es trägt somit zum Verständnis dieses Architekturstils und seiner großen gestalterischen Bandbreite bei. Der Bauherr Ignaz Jung, der an der Neusser Str. 354 ein Stuckgeschäft besaß, stattete sein Haus sowohl außen als auch in dem großenteils unveränderten Innern üppig mit Stuck aus und versah - ungewöhnlich für die Bauzeit - die Rückseite zwar nicht mit Stuckelementen, wie es an seinem Geschäftshaus heute noch zu sehen ist, doch ließ er sie verputzen unter Hervorhebung des Traufgesimses. Als Beispiel für die gehobene Nippeser Wohnbebauung des frühen 20. Jahrhunderts in ihrer stadtteilspezifischen Ausprägung wird das
o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0