Wohnhaus
Schwerinstraße 20 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8356 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schwerinstraße 20, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.09.1998 |
| Stadtteil | Nippes |
Errichtet 1905. L-förmiger Grundriß. 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach; 3 Achsen, asymmetrisch angeordnet wegen einer ursprünglichen Tordurchfahrt in der linken Achse; Betonung der Mittelachse durch zweigeschossigen Erker und großes Zwerchhaus mit Schweifgiebel. Putz- und Stuck-Fassade, zurückhaltend dekoriert in Formen eines barockisierenden Jugendstils. Haustür und alle Fenster neu.
Kleiner Vorgarten mit teilweise originalem Einfriedungsgitter.
Rückseite des Vorderhauses und Seitenhaus (dreigeschossig mit eingeschossiger Verlängerung) backsteinsichtig, Treppenhausfenster original, alle übrigen Fenster neu. Kleiner Hof, rückseitig und zum Haus Nr. 22 hin eingefriedet durch (teilweise verkleidete und verputzte) Backsteinmauer.
Im Inneren original erhalten: Im Vestibül Terrazzoboden mit Umrandung und Mittelornament, cremefarbene profilierte Wandfliesen mit olivgrünem Abschluß, Wand- und Deckenstuck, Stützbogen; im Hausflur Terrazzoboden. - Terrazzotreppe mit Antrittspfosten und Geländer in Holz. Fast alle Wohnungseingangstüren (Oberlicht verkleidet). In den Wohnungen einzelne Zimmertüren.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes zu einem bedeutenden Industrieort, der als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Nachdem rapides Bevölkerungswachstum zu großer Wohnungsnot geführt hatte, erlebte Nippes seit etwa 1895 einen regelrechten Bauboom. Erstmals wurden nun auch Gebiete nördlich der alten Achse Flora-/Mauenheimer Straße systematisch für eine Bebauung durch mehrgeschossige Mietwohnhäuser erschlossen. So entstand in der kurzen Zeit von 1900 bis 1905 zwischen Flora- und Nordstraße das Netz gänzlich neuer Straßen, die allesamt wie ihr Zentrum, die 1905 nach dem Entwurf des städtischen Gartendirektors Fritz Encke geschaffenen Grünanlage Leipziger Platz nach "Helden" oder Schlachtorten der "Befreiungskriege" benannt wurden.
Die in diesen Jahren beginnende Bebauung des neuen Viertels entsprach in ihrer Qualität der um die Jahrhundertwende mit einer gewissen Stagnation der industriellen Entwicklung einsetzenden Wandlung des Industrieortes Nippes zum beliebten Wohnort auch wohlhabender Schichten des Mittelstandes.
In der 1901/02 angelegten Schwerinstraße, die an ihrem südlichen Ende auf die Gneisenaustraße stößt - die 1913 errichtete Pfarrkirche des neuen Viertels (St. Bonifatius) liegt genau gegenüber der Straßeneinmündung - ist zwischen Blücher- und Gneisenaustraße glücklicherweise in annähernd vollständigen Zeilen ein Ensemble von Häusern erhalten geblieben, deren in charakteristisch späthistoristisch-stilpluralistischer Manier abwechslungsreich gestaltete Fassaden trotz mancher nachteiliger Veränderung ein in dem kriegszerstörten Köln selten gewordenes zeittypisch lebendiges Straßenbild abgeben. Das Haus Nr. 20 ist ein unverzichtbarer Teil dieses Ensembles.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0