Wohnhaus

Gabelsbergerstraße 19 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6880
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gabelsbergerstraße 19, 50674 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 20.08.1993
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1904 (Wiederaufbau der kriegszerstörten Dachgeschosse 1949); 3 Geschosse und Sockelgeschoß sowie 2 später aufgesetzte Geschosse, 7 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit Dreiteilung und Mittelbetonung, Stuckfassade mit Gliederungen in Anklängen an den Jugendstil, Hauseingang in der Mittelachse (Haustür verändert), Balkone zu beiden Seiten der Eingangsachse (orig. Metallgeländer), Toreinfahrt in der linken Achse (neues Tor), spätere Obergeschosse in den äußeren Teilbereichen zurückversetzt mit Austritten (Metallgeländer), Flachdach (ehem. Satteldach, straßenseitig z. T. als Mansarddach ausgebildet); Fenster größtenteils verändert, im Sockelgeschoß mit Fenstergittern. Rückfront: verputzt; oberstes wiederaufgebautes Geschoß zurückgesetzt mit Austritt (Metallgeländer); späterer Verbindungstrakt zur Hinterhofbebauung Stolzestr. 1a.

Im Inneren original erhalten: Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf; im Eingangsbereich Terrazzoboden, Kreuzgratgewölbe und Kapitelle; Stuckreste und Zimmertüren in den Wohnungen. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige Verbindungstrakt.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich , mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der südlichen Neustadt zwischen Eifel- und Zülpicher Straße ein kleinbürgerliches Wohnviertel mit in der Regel weniger aufwendig gestalteten Mietshäusern. Die Gabelsberger Straße - vom Eifelwall zur Luxemburger Straße verlaufend - ist ein nur einseitig bebauter, mit einer Baumreihe bestandener Straßenzug, dessen eine Seite vom Eisenbahndamm begrenzt wird. Die Fluchtlinie der Häuser nimmt den geschwungenen Verlauf der Gleiskörper auf. Von der im wesentlichen um 1904/05 errichteten Erstbebauung haben sich einige Bauten - z. T. mit kriegsbedingten Veränderungen - erhalten, so vor allem das Ensemble Gabelsberger Str. Nr. 15-19, dem o. g. Objekt als integraler Bestandteil angehört. Diese Bauten korrespondieren untereinander in Maß, Proportion und Stil: Axialsymmetrisch angelegt, weisen die breiten 7achsigen Gebäude eine Dreiteiligkeit auf, wobei der mittlere Teil - ursprünglich noch mit Giebeln - hervorgehoben wurde. Charakteristisch ist auch die Behandlung des Stucks; neben wenigen Dekorformen in Anklängen an den geometrischen Jugendstil wird er verschiedenartig bearbeitet, um den Eindruck einer Werksteinfassade vorzutäuschen. Gemäß der sozialen Struktur des Viertels wurde auf weit auskragende Vorbauten verzichtet, Erker und Balkone wölben sich nur schwach aus der Flucht hervor. Auch der Wiederaufbau - die Dachgeschosse wurden im Krieg zerstört - behandelt die Gebäude als Ensemble, erhöht sie einheitlich und vollzieht, trotz deutlicher Absetzung vom Altbau, doch deren Gliederung - Dreiteiligkeit und Axialität - fort. Als Hinweis auf die architektonische und sozialgeschichtliche Entwicklung dieses Kölner NeustadtViertels, besonders auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, wird das o. g. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0