Wohn- u. Geschäftshaus

Gabelsbergerstraße 33 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7981
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gabelsbergerstraße 33, 50674 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.10.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1904; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (seitlich je erneuerte und verbreiterte Gauben, Mittelgaube in der Substanz original); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil: EG/1.OG mit aufgeputzter Quaderstruktur (im EG mit bossenartiger Struktur), Streuselputz im 2./3.OG (seitlich der Mittelachse), Fenster im 2./3.OG seitlich der Mittelachse zusammengefaßt und profiliert gerahmt, beschlagwerkartig ornamentierte Fensterbrüstungen, 2 ornamentierte Keilsteine im EG rechts; Fassadenrhythmisierung durch betonte Mittelachse mit loggia-artig eingezogenen Balkonen (profilierte Baluster); Horizontalgliederung durch profiliertes Sohlbank- (EG), Geschoß- (1.OG) und Traufgesims (Friesband durch Kriegsschaden zerstört); Fenster größtenteils erneuert (Kunststoffenster mit Oberlichtern im EG und 2.OG, Einscheibenfenster aus Kunststoff im 3.OG, Gaubenfenster); Fenster im 1.OG original (mit Beschlägen); Eingangstür erneuert; ehemlaiges Ladenlokal zu Wohnraum umgenutzt (Schaufenster verkleinert, Putzstruktur ergänzt).

Rückfront: 4 Achsen; backsteinsichtig; 2 Dachgauben; Treppenhausfenster (links) und Fenster 1.OG original mit Beschlägen; erneuerte Kunststoffenster im EG und 2.OG (mit Oberlichtern) und 3.OG (Einscheibenfenster); Hoftür erneuert; Stürze der Hoftür und EG-Fenster erneuert (Stahlträger).

Innen original: Eingangsflur: Wandfliesen (weiß mit grüner Schlußleiste); Terrazzoboden mit Rahmung; Treppenhaus: Terrazzobelag mit Rahmung (auch auf den Podesten); Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf; Keller- und Wohnungstüren (komplett) erneuert; Wohnungen: Grundrisse komplett original (ehemalige Speisekammern zu Duschbädern umgebaut); 1.OG: Zimmertüren (2 repariert) mit Rahmen, Laibungen und Beschlägen; Hofzimmer mit Stuckrosette und Deckenleiste; Fußleiste in einem Straßen- und dem Hofzimmer; 3.OG: Stuckrosetten und Deckenleisten in 2 Räumen (z.T. beschädigt); DG: Zimmertüren.

Bestandteil des Denkmals ist auch die backsteinsichtige Hofmauer mit Vorlagen.

Die Gabelsbergerstraße ist Bestandteil der Kölner Neustadt, die als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt wurde. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die Radialstraßen wie Bonner, Luxemburger oder Zülpicher Straße und die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Gabelsbergestraße, die viertelkreisförmig den Eifelwall mit der Luxemburger Straße verbindet, eine gewisse Sonderstellung zu, da ihr Verlauf - förmlich festgesetzt am 24.2.1886 und 22.6.1887 - dem Gleiskörper der Köln-Bonner Eisenbahn folgt und nur einseitig bebaut wurde.

Ein weiteres wesentliches Anliegen der neustädtischen Planung war die großzügige Durchgrünung der neuen Stadtquartiere. Neben den großen, parallel zu den Ringen verlaufenden Erschließungsachsen, wie der Roland- und Teutoburger Straße, wurden auch kleinere, bzw. peripher liegende Straßen und Straßenzüge wo möglich begrünt, wobei das Maß der Durchgrünung Rückschlüsse auf den Status der Wohngegend zuläßt. Die einseitig neben dem Gleiskörper mit Bäumen gesäumte Gabelsbergerstraße ist ein Beispiel für eine gutbürgerliche Wohngegend, deren erhaltene Bauten - es gab hier als Folge der Lage an der Bahntrasse erhebliche Kriegszerstörungen - durch eine einheitliche, sehr flächig angelegte Fassadenstruktur charakterisiert sind.

Vorspringende Gebäudeteile, wie Risalite oder Erker, werden in der Gabelsbergerstraße zugunsten einer in die Fassadenfläche projizierte Gliederung mit markanten Einschüben (Gabelsbergerstr. 15 und 17 sind durch zylindrisch wirkende, eingestellte und daher sehr flache Erker charakterisiert) und loggia-artigen Balkonen, wie bei dem o.g. Objekt gekennzeichnet.

Das o.g. Objekt bildet mit dem benachbarten Eckhaus zur Stolzestraße eine bauliche und gestalterische Einheit, der eine besondere straßenbildprägende Wirkung zukommt. Die durch Balkone und profiliert gerahmten Fensterachsen mit qualitätvollen Stukkaturen wirksam rhythmisierte Fassade ist integraler Bestandteil der Erstbebauung der Kölner Neustadt und von daher ein unverzichtbares bauliches Dokument, das die straßenräumliche Wirkung auch heute noch erlebbar macht und unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0