Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 61 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7249 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 61, 51107 Köln |
| Baujahr | 1925 bis 1926 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Erbaut 1925/26; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 1 Geschoß und ausgebautes Mansardwalmdach; 2 Achsen; Putzfassade; Erschließung durch mittiges, parallel zum Haus gelegtes Treppenpodest und Treppe mit originalem Metallgeländer und verputztem Pfeiler; Dachfenster und Gauben zur Straßenfront sowie Eingangstür erneuert; eine Fensterachse an der Seitenfront; Schindelverkleidete Gaube im Spitzboden; Rückfront zweiachsig mit zweigeschossigem Verandavorbau, der beide Haushälften zentral zusammenfaßt; Regenrinnen, sämtliche Fenster, Türen, Schlagläden original; Innen: originale Holztreppenanlage, Speicher- und Kellertür; ansonsten alle Türen und Rahmungen erneuert; Grundrisse EG und 1. OG original; Speicher völlig ausgebaut; originale Kelleraußentreppe; Garagenanbau von 1957; straßenseitige Einfriedung nicht mehr vorhanden; Bestandteil des Denkmals ist der Vorgarten sowie der rückwärtige Garten; nicht zum Denkmal gehört die gartenseitige Terrasse mit Waschbetonplatten sowie die Garage.
Das Haus Wodanstr. 61 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische , häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter, zweigeschossiger Haustyp durch. Das Doppelhaus Wodanstr. 61/63 gehört zum eingeschossigen Typ mit glockenförmig ausschwingender Mansarddachhaube und barocken Formanklängen im Detail, die besonders am Hauseingang mit Stuckrahmung und Freitreppe konzentriert sind. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten mit teilweise altem Baumbestand. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0