Wohnhaus

Simon-Meister-Straße 21 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7104
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Simon-Meister-Straße 21, 50733 Köln
Baujahr1896 bis 1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.04.1994
Stadtteil Nippes

Errichtet 1896/97. L-förmiger Grundriß; 3 Geschosse, zur Straße hin ausgebautes Satteldach mit 3 Gauben; 4 Achsen. Im Grundzug klassizistische Putz- und Stuckfassade mit Horizontalgliederungen durch kräftige Gesimse, Betonung der Fenster des 1. Obergeschosses durch Stuckierungen in Schmuckformen der Renaissance und des Barock. Haustür neu, Fenster in Holz erneuert.

Rückseite backsteinsichtig mit neuen Fenstern; nicht zum Denkmal gehörig der kleine Anbau auf einer ehemaligen Veranda. Kleiner, teilweise begrünter Hof mit an das Seitenhaus anschließender, nicht zum Denkmal gehöriger Überbauung.

Im Inneren original erhalten: Schmuckfliesenboden im Hausflur, Treppe mit gedrechselten Stäben, Handlauf und Antrittspfosten in Holz.

Das Haus Simon-Meister-Str. 21 ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet - zu einem bedeutenden Industrieort mit rapide zunehmender Bevölkerung (Einwohnerzahl 1855: 496, 1875: 7.728, 1890: 16.210, 1900: 27.045). - Ursprünglich gleichsam ein Anhängsel der Mauenheimer Höfe, hatte das dörfliche Nippes seinen Siedlungsschwerpunkt im Kreuzungsbereich von Neusser und Mauenheimer/Flora-Straße. An der Mauenheimer Straße entstand denn auch 1850-52 die erste Nippeser Kirche (heute St. Heinrich und Kunigund). Mit seiner in den 1860er Jahren einsetzenden industriellen Entwicklung dehnte sich der Ort zunächst vor allem nach Süden hin aus. Nachdem das rapide Bevölkerungswachstum zu großer Wohnungsnot geführt hatte, erlebte Nippes seit etwa 1895 einen regelrechten Bauboom. Erstmals wurden nun auch Gebiete nördlich des alten Siedlungsschwerpunktes und der alten Achse Flora-/Mauenheimer Straße systematisch für eine Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser erschlossen. - Die Simon-Meister-Straße, die, in Ost-West-Richtung verlaufend, heute Mauenheimer und Kempener Straße miteinander verbindet, ist hervorgegangen aus der östlichsten Partie eines alten Feldweges, der den Vorgängerweg der Mauenheimer Straße und damit die Mauenheimer Höfe - als einziger (teilweise) erhalten geblieben der Altenberger Hof - mit Ossendorf verband. Seit etwa 1872 und bis 1891 als "Kirchstraße" benannt, weil sie unmittelbar nördlich der ältesten Nippeser Kirche auf die Mauenheimer Straße stößt, war sie noch um 1885 nur spärlich bebaut. In dem Abschnitt zwischen Gocher und Merheimer Straße ist ein Ensemble von zwei- bis viergeschossigen Wohnhäusern erhalten geblieben, deren Fassaden in reizvollen stilistischen Kontrasten zwischen historistischem Klassizismus, Jugendstil, "Nibelungenromanik" und Neuklassizismus auf engem Raum etwa 25 Jahre der Nippeser Baugeschichte um die Jahrhundertwende repräsentieren. Das Haus Nr. 21 mit der durch klare Gliederungen und zurückhaltende Dekoration sehr ruhig wirkenden Fassade - nach dem schräg gegenüberliegenden, etwa 10 Jahre früher errichteten zweigeschossigen Haus Nr. 30 das älteste Gebäude der Straßenpartie - ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Ensembles.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0