Wohnhaus

Tiefentalstraße 32 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7235
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Tiefentalstraße 32, 51063 Köln
Baujahrum 1850 bis 1860
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.10.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1850/60 erbaut; jüngere Putzfassade um 1900 mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Klassizismus und Jugendstil; 2 Geschosse, 3 Achsen, Hauseingang in linker Achse; Haustür und Fenster erneuert.

Rückseite: Putzfassade; Fenster erneuert; eingeschossiger verputzter Anbau mit erneuerten Fenstern. Der anschließende spätere Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals.

Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit Geländer und Antrittspfosten; teilweise Türen.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Tiefentalstraße, früher Talstraße, ist benannt nach dem tief gelegenen Überschwemmungsgebiet des Faulbachtales, das hier ursprünglich verlief. Die ersten Häuser, zu denen auch das o. g. Objekt gehört, entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Eisenbahn- und Straßenerschließung der nördlichen Umgebung des alten Mülheim. Das Haus Tiefentalstr. 32 ist unverzichtbarer, integraler Bestandteil der noch aus dieser frühen Zeit geschlossen erhaltenen Gruppe aus den drei Häusern Nr. 28-32, für die niedrige Bauweise und schlichte Fassadengestaltung mit sparsamem Dekor in Betonung der Horizontalen charakteristisch sind. Sie vertreten einen noch ländlichen Bautypus, der von Einflüssen städtischer Wohnkultur geprägt ist. Die als Einfamilienhäuser konzipierten, zweigeschossigen Dreifensterhäuser sind nur noch in sehr wenigen Beispielen in den ehemals ländlichen Gegenden des heutigen Kölner Stadtgebiets erhalten geblieben und sind besonders in dem o. g. gründerzeitlichen Arbeiterviertel Mülheims Dokumente der frühen Bebauung von hohem Seltenheitswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0