Wohn- u. Geschäftshaus
Herthastraße 57 · Zollstock
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7138 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Herthastraße 57, 50969 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.05.1994 |
| Stadtteil | Zollstock |
Um 1905-10 erbaut; 3 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß (2 originale Gauben, neu verkleidet); 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch flache Wandvorlage im 1. und 2. OG und Giebelaufsatz im Dachgeschoß; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil, EG mit rustiziertem Fugenschnitt; rechteckiger Hauseingang und Ladeneingang in rechter Achse, Haus- und Ladentür erneuert; rechteckige Fensteröffnungen, im EG teils korbbogig, teils stichbogig, im Dachgeschoß mit Vorhangbögen, Fenster erneuert.
Rückseite: Fassade backsteinsichtig, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster weitgehend erneuert (im EG original); dreigeschossiger Anbau, Fassade backsteinsichtig, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster teils erneuert, teils original (im 1. OG und Treppenhaus), Hoftür erneuert.
Im Inneren original erhalten: In Eingangsbereich und Treppenhaus Terrazzoboden; im Treppenhaus Terrazzotreppe mit erneuertem Geländer, Wohnungstüren (im EG 1 erneuert), Aborttüren; in den Wohnungen teilweise Zimmertüren. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der kleine neuere Schuppen im rückwärtigen Grundstücksbereich.
Die Entstehung des Ortes Zollstock, auf dessen Gebiet bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausschließlich Ackerland lag, hängt eng mit der Errichtung der Kölner Neustadt ab 1881 zusammen. Aufgrund der reichen Lehmvorkommen und des steigenden Bedarfs an Baumaterial entstanden dort damals zahlreiche Ziegeleien. Der bereits 1888 nach Köln eingemeindete kleine Vorort entwickelte sich erst allmählich durch Ausbau von neuen und bestehenden Straßen um einen Kernbereich am Höninger Weg - einem alten Flurweg -, der parallel dazu 1892-1902 zwischen Köln und dem Südfriedhof angelegten Vorgebirgstras- se und den querverlaufenden Straßenzügen Zollstocksweg, Gottesweg und Herthastraße. Während Zollstock heute durch zahlreiche Siedlungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg geprägt wird, befindet sich an der Herthastraße die älteste heute noch erhaltene Wohnbebauung, die im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende 1906/07 entstand. Das o. g. Gebäude Herthastr. 57 gehört zu den wenigen Häusern dieser frühen ortsgeschichtlichen Phase, deren schlichte Fassaden ohne Vorbauten durch Stuckdekorationen in Formen des Jugendstil charakterisiert werden. Künstlerisches Ausdrucksmittel ist besonders die abwechslungsreiche Gestaltung durch Kombination unterschiedlicher Materialien und deren wechselnde Bearbeitungsweise. Dank der im wesentlichen erhaltenen Originalsubstanz besonders der Fassade, aber auch einschließlich des rückwärtigen Anbaus und Teilen der inneren Ausstattung dokumentiert das Gebäude Herthastr. 57 die Erstbebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße und ist deshalb als unverzichtbares Denkmal unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0