Wohnhaus
Herthastraße 41 · Zollstock
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7232 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Herthastraße 41, 50969 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Zollstock |
Um 1905 erbaut; 3 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß; 3 Achsen, Betonung der linken Achse durch Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil; korbbogiger Hauseingang mit ovalem Oberlicht, Haustür erneuert, Oberlichtfenster original; rechtekkige Fensteröffnungen, Fenster erneuert.
Rückseite: Putzfassade, rechteckige Fensteröffnungen, Fenster und Hoftür erneuert, Balkone mit erneuerten Geländern; dreigeschossiger seitlicher Anbau, verputzt, rechteckige Fensteröffnungen, Fenster erneuert. Im Innern original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden und Deckenstuck, im Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe mit Holzgeländer mit gedrechselten Stäben (teilweise erneuert) und Antrittspfosten, Wohnungstüren und Kellertür erneuert.
Die Entstehung des Ortes Zollstock, auf dessen Gebiet bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausschließlich Ackerland lag, hängt eng mit der Errichtung der Kölner Neustadt ab 1881 zusammen. Aufgrund der reichen Lehmvorkommen und des steigenden Bedarfs an Baumaterial entstanden dort damals zahlreiche Ziegeleien. Der bereits 1888 nach Köln eingemeindete kleine Vorort entwickelte sich erst allmählich durch Ausbau von neuen und bestehenden Straßen um einen Kernbereich am Höninger Weg - einem alten Flurweg -, der parallel dazu 1892 - 1902 zwischen Köln und dem Südfriefhof angelegten Vorgebirgstraße und den quer verlaufenden Straßenzügen Zollstockweg, Gottesweg und Herthastraße. Während Zollstock heute durch zahlreiche Siedlungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg geprägt wird, befindet sich an der Herthastraße die älteste heute noch erhaltene Wohnbebauung, die im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende 1906/07 entstand. Das o. g. Gebäude Herthastr. 41 gehört zu den wenigen Häusern dieser frühen ortgeschichtlichen Phase, deren schlichte Fassaden ohne Vorbauten durch Stuckdekorationen in Formen des Jugendstils charakterisiert werden. Künstlerisches Ausdrucksmittel ist besonders die abwechslungsreiche Gestaltung durch Kombination unterschiedlicher Materialien und deren wechselnde Bearbeitungsweise. Dank der im wesentlichen erhaltenen Originalsubstanz besonders der Fassade, aber auch einschließlich des rückwärtigen Anbaus und Teilen der inneren Ausstattung dokumentiert das Gebäude Herthastr. 41 die Erstbebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße und ist deshalb als unverzichtbares Denkmal unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0