Wohnhaus
Herthastraße 55 · Zollstock
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7263 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Herthastraße 55, 50969 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Zollstock |
Um 1905-10 erbaut; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (2 originale Gauben, neu verkleidet); 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch flach vortretende Brüstungen im 1. und 2. OG und Giebelaufsatz im Dachgeschoß; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil, EG mit Fugenschnitt; rundbogiger Hauseingang an linker Gebäudegrenze, Haustür erneuert; wechselnde Fensteröffnungsformen (im EG rundbogig, im 1. OG stichbogig, im 2. OG rechteckig, im Dachgeschoß stichbogig mit mittlerer Pfostenteilung), Fenster erneuert. Rückseite: Fassade mit neuerem Putz (Fenstersohlbänke aus Backstein), stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; dreigeschossiger Anbau mit neuerem Fassadenputz, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster und Hoftür erneuert. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich und Treppenhaus Terrazzoboden; im Treppenhaus Terrazzotreppe mit Holzgeländer mit gedrechselten Stäben, Antritts- und Zwischenpfosten, 2 Wohnungstüren, Aborttüren; Wohnungsgrundrisse verändert.
Die Entstehung des Ortes Zollstock, auf dessen Gebiet bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausschließlich Ackerland lag, hängt eng mit der Errichtung der Kölner Neustadt ab 1881 zusammen. Aufgrund der reichen Lehmvorkommen und des steigenden Bedarfs an Baumaterial entstanden dort damals zahlreiche Ziegeleien. Der bereits 1888 nach Köln eingemeindete kleine Vorort entwickelte sich erst allmählich durch Ausbau von neuen und bestehenden Straßen um einen Kernbereich am Höninger Weg - einem alten Flurweg -, der parallel dazu 1892 - 1902 zwischen Köln und dem Südfriedhof angelegten Vorgebirgsstraße und den quer verlaufenden Straßenzügen Zollstocksweg, Gottesweg und Herthastraße. Während Zollstock heute durch zahlreiche Siedlungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg geprägt wird, befindet sich an der Herthastraße die älteste noch erhaltene Wohnbebauung, die im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende 1906/07 entstand. Das o. g. Gebäude Herthastr. 55 gehört zu den wenigen Häusern dieser frühen ortsgeschichtlichen Phase, deren schlichte Fassaden ohne Vorbauten durch Stuckdekorationen in Formen des Jugendstil charakterisiert werden. Künstlerisches Ausdrucksmittel ist besonders die abwechslungsreiche Gestaltung durch Kombination unterschiedlicher Materialien und deren wechselnde Bearbeitungsweise. Dank der im wesentlichen erhaltenen Originalsubstanz besonders der Fassade, aber auch einschließlich des rückwärtigen Anbaus und Teilen der inneren Ausstattung dokumentiert das Gebäude Herthastr. 55 die Erstbebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße und ist deshalb als unverzichtbares Denkmal unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0