Wohnhaus
Vincenzstraße 19 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7228 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Vincenzstraße 19, 51065 Köln |
| Baujahr | 1907 bis 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
1907/08 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß; 3 ungleichwertige Achsen, Betonung der mittleren Achse durch Risalit mit aufgesetztem Balkon und Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil, EG mit rustiziertem Fugenschnitt; Haustür und Fenster erneuert; Vorgarten mit Sockelbegrenzung der ehemaligen Einfriedung. Rückseite: backsteinsichtig mit Dachgesimsgliederung, Hoftür original, Fenster erneuert (im Treppenhaus teilweise original); backsteinsichtiger Anbau, 3 Geschosse, erneuerte Fenster. Der eingeschossige neuere Anbau im rückwärigen Grundstücksbereich ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden, halbhohe Keramikwandfliesen, Wand- und Deckenstuck (stichbogige Deckenwölbung), stichbogiger Stützbogen zum Treppenhaus; im Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe mit eisernem Geländer mit hölzernem Handlauf, halbhohe hölzerne Wandleiste, Wohnungstüren im EG teilweise;
Wohnungsgrundrisse teilweise verändert; teilweise Zimmertüren.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ausiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Vincenzstraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenzeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 19 ist Bestandteil einer noch in großen Teilen erhaltenen Häuserzeile entlang der Vincenzstraße, die aus der Phase der Erstbebauung nach der Jahrhundertwende stammt. Insbesondere mit seiner Fassade in Formen des Jugendstil, dem erhaltenen Vorgarten, mit seiner inneren Ausstattung sowie mit rückwärtig erhaltenem ursprünglichen Anbau und originalen Einfriedungsmauern dokumentiert das Gebäude das historische Erscheinungsbild des Straßenzuges und ist deshalb unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0