Wohn- u. Geschäftshaus
Vincenzstraße 27 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6558 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Vincenzstraße 27, 51065 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1992 |
| Stadtteil | Mülheim |
1907 erbaut (inschr. dat.), 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit breitem Mittelgiebel und 2 originalen Dachhäuschen, 3geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon in der Mittelachse, Fassade in verschiedenen Putztechniken und mit Stuckgliederungen in Anlehnung an Jugendstil und Neoklassizismus, Fenster und Ladentür weitgehend original, Haustür teilweise original. Rückseite backsteinsichtig, Fenster größtenteils original, Tür verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen in Form eines Jugendstilornaments, sparsame Stuckgliederungen an Wand und Decke; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer, Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, weitgehend Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen teilweise Deckenstuck, einige Zimmertüren mit Laibungen.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1907 von dem Uhrenfabrikant Adam Sauer erbaute Haus Vincenzstr. 27 ist ein qualitätvolles historisches Zeugnis für den gehobenen bürgerlichen Miethausbau der seit Ende des letzten Jahrhunderts wirtschaftlich aufstrebenden und infolgedessen schnell wachsenden Stadt Mülheim. Zwischen dem Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen entwickelte sich im Südosten der Stadt ein durchgrüntes gutbürgerliches Wohnviertel, dessen Bebauung durch aufwendig gestaltete Häuser aus der späten Phase der Stadterweiterung geprägt ist. Die Vincenzstraße wurde in der Verlängerung der Montanusstraße, beginnend mit dem Eckhaus zur Frankfurter Straße, seit 1906 bebaut und verfügt bis heute noch über eine Gruppe qualitätvoller und individuell gestalteter 4geschossiger Mietstockwerkbauten. Als integraler Bestandteil dieses Ensembles, aber auch gegenüber den in dieser Straße verstärkt auftretenden Neubauten wird das Haus Nr. 27 als Dokument der Erstbebauung auch städtebaulich zu einem unverzichtbaren Denkmal. Besondere Bedeutung kommt ihm darüber hinaus in baukünstlerischer Hinsicht zu. Etwas später als das deutlich vom Jugendstil geprägte Nachbarhaus Nr. 25 von demselben Bauherrn erbaut, zeigt obiges Haus bereits deutlich Elemente des Neoklassizismus, wie Mäander, Kanneluren, Eierstabfries und Lorbeerkranz. Unterschiedlich strukturierte Putzflächen, der spitzkantige Ziergiebel und die vertikale Betonung der vielgestaltigen Fassade erinnern aber noch an den späten Jugendstil, so daß dieses Gebäude eindrucksvoll den Übergang zum Neoklassizismus dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0