Wohn- u. Geschäftshaus

Vincenzstraße 25 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7199
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Vincenzstraße 25, 51065 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1994
Stadtteil Mülheim

1906 erbaut (inschriftlich über der Toreinfahrt); 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß;3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch dreigeschossigen Erker und Giebel; Seitenachsen jeweils in den Dachgeschossen hinter Balkonen mit originalen Brüstungsgittern zurückgesetzt; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; figürliches Relief im 2. OG am Erker, Stuck im 3. OG teilweise entfernt; EG teilweise durch Verkleidung mit Fliesen und Erneuerung des Ladens verändert; links Hauseingang mit originaler Stuckrahmung, Oberlicht original, Haustür erneuert; rechts korbbogige Toröffnung in rustizierter Rahmung, Tor erneuert; unterschiedliche Fensteröffnungsformen mit originalen Fenstern. Rückseite: seitlich Anbau des Treppenhauses in Verbindung zum Hinterhaus; zweifarbige Backsteinfassaden mit Gliederungen; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster teilweise original, Hoftür erneuert; stichbogige Toröffnungen; auf der hinteren Hoffläche eingeschossiger Backsteinbau, teilweise verputzt und in den Öffnungen verändert (ehemals 2 große Tore), Dachhaus mit originalem Holzgesims. Dachgarten mit originalem Geländer auf dem Hinterhaus. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Fliesenboden, halbhohe Keramikwandfliesen, Deckenstuck unter abgehängter Decke; im Treppenhaus Terrazzoboden und Terrazzotreppe mit Holzgeländer, halbhohe hölzerne Wandleisten, Kellertür, Fenster und Türen zu den Etagenfluren; Wohnungsgrundrisse im Vorderhaus in straßenseitigen Räumen z. T. leicht verändert (Wanddurchbrüche), Wohnungsabschlußtüren und Zimmertüren erneuert.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Vincenzstraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 25 ist Bestandteil einer noch in großen Teilen erhaltenen Häuserzeile entlang der Vincenzstraße, die aus der Phase der Erstbebauung nach der Jahrhundertwende stammt. Der umfangreiche Gebäudekomplex aus Vorder- und Hinterhaus mit jeweils großen Tordurchfahrten und ehemaligem Pferdestall auf dem hinteren Hof veranschaulicht die ursprüngliche Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus in unmittelbarer Nähe zur Frankfurter Straße. Von künstlerischer Bedeutung ist insbesondere die aufwendig gestaltete und nahezu original erhaltene straßenseitige Fassade des Gebäudes in typischen Jugendstilformen mit individuellen Fensteröffnungen und Gliederungsdetails. Das o. g. Objekt ist deshalb für das historische Erscheinungsbild des Straßenzuges unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0