Wohnhaus
Vincenzstraße 21 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7483 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Vincenzstraße 21, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.05.1995 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1905-10 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß; 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch 3-geschossigen Erker, geschwungener Giebel über den beiden linken Achsen mit veränderten Fensteröffnungen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil; rundbogiger Hauseingang, Haustür erneuert; rundbogige EG-Fenster, Fenster größtenteils erneuert (im 2. OG original). Rückseite: Fassade backsteinsichtig, Fenster größtenteils erneuert (im Treppenhaus original), Hoftür erneuert; 3-geschossiger backsteinsichtiger Anbau mit erneuerten Fenstern. Im Inneren original erhalten: Im Treppenhaus Terazzoboden, Sockelzonen der Wände mit geprägter Tapete und hölzerner Abschlußleiste, Terazzotreppe mit Holzgeländer und gedrechselten Antrittspfosten, Wohnungstüren größtenteils erneuert (im 2. OG. original); Zimmertüren, Stuckdecken und Holzfußböden teilweise.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Vincenzstraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 21 ist Bestandteil einer noch in großen Teilen erhaltenen Häuserzeile entlang der Vincenzstraße, die aus der Phase der Erstbebauung nach der Jahrhundertwende stammt. Seine im Vergleich zu den benachbarten Häusern eher sparsam gegliederte Fassade verdeutlicht die Vielfalt der damaligen architektonischen Ausdrucksformen. Innerhalb des Ensembles ist das Gebäude Nr. 21 deshalb für das historische Erscheinungsbild des Straßenzuges unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0