WDR Rundfunkgebäude (Teile d. Gebäudes)

Wallrafplatz 5 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7242
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWDR Rundfunkgebäude (Teile d. Gebäudes)
Adresse Wallrafplatz 5, 50667 Köln
Baujahrab 1948
Architekt / PlanungPeter Friedrich Schneider
Eigentumstädtisches / öffentliches Eigentum
Eingetragen seit 28.10.1994
Stadtteil Altstadt/Nord

Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks Köln (bis Ende 1955 Nord-Westdeutscher Rundfunk); 1948-52 und 1953-54 in zwei Bauabschnitten unter Einbeziehung der Bausubstanz des Hotels "Monopol" überwiegend in Stahlkonstruktion bzw. Stahlbetonskelettbauweise errichtet, Architekt: P. F. Schneider; 1986-91 Generalsanierung, wobei die denkmalpflegerisch relevanten Bereiche in bezug auf Materialwahl, Verarbeitung sowie Farbgebung dem jeweiligen Originalbefund entsprechen.

Flachgedeckter 5-6geschossiger, um einen Innenhof angelegter Baublock zwischen Unter Fettenhennen, Wallrafplatz, An der Rechtschule und Funkhausprivatstraße mit 1-2 Staffelgeschossen und (teilweise) davorliegenden Dachterrassen;

Außenbau

1. Fassade an Wallrafplatz und Unter Fettenhennen (17 Achsen):

leicht konvex gekurvt und mit einer Verblendung aus Travertinplatten, EG im Bereich des Hotelumbaus mit freigestellten bronzeverkleideten Stützen und einer zurückgesetzten wandhohen Verglasung (blaugrüne Stahlrahmenfenster, im Bereich des Foyers mit Ätzglasscheiben); hier auch die Haupteingangssituation mit der breit gelagerten geschwungenen Stufenanlage aus Basalt (weitergeführt im Sockelbereich der freistehenden Stützen; neueres Geländer), den flankierenden Travertinreliefs von Ludwig Gies und der Eingangstüranlage; Foyers mit blaugrünen - zu einem Block zusammengefaßten - Stahlrahmenfenstern (innen mit vorgesetzten kunstgeschliffenen Gußglasscheiben von Ludwig Gies); das Material der weiteren Fenster wurde ausgetauscht; pompejanisch roter Anstrich der beiden jeweils zurückgesetzten verputzten Staffelgeschosse; davorliegende Dachterrassen teilweise verändert (ursprünglich mit einer die beiden Ebenen verbindenden Wendelstiege); hier umlaufende Brüstungsgeländer.

2. Fassade An der Rechtschule (29 Achsen) mit einer Travertin

platten-Verblendung (Brüstungsfelder der Fenster im Mittelteil kanneliert, im linken Teil kanneliert und kassettenartig vorspringend).

3. Im Westen breite Durchfahrt zur Privatstraße über 4 Rund

stützen (neuere Pförtnerhäuschen) sowie seitlich davon angebrachtes Travertinrelief von Ludwig Gies; Erdgeschoßstützen im Bereich des Umbaus freigestellt und mit dahinterliegenden Stahlrahmenfenstern (siehe oben), EG des Mittelteils mit schräggestellten Ausstellungsvitrinen; Material der Obergeschoßfenster ausgetauscht; neueres zurückgesetztes Staffelgeschoß in Angleichung an das ursprüngliche (jetzt westlich bis zur Höhe der Durchfahrt reichend) mit einem Anstrich in pompejanisch rot und umlaufendem Brüstungsgeländer.

4. Nordfassade- bzw. Rückseite dieses Flügels an der Privat

straße (Bereich der Durchfahrt) mit neuerer Travertinverkleidung (ursprünglich in Sichtbeton, da hier ein - nie ausgeführtes - Relief aus farbig behandelten Gußbeton nach Entwurf von P. Strasmann vorgesehen war) sowie mit neuerem vorgesetzten Verbindungsgang.

5. Fassade des in Nord-Süd-Richtung an der Privatstraße verlau

fenden Traktes mit einer Travertinverblendung, dabei nördlicher Abschnitt (Fernsehtrakt) stärker gekurvt und im Bereich der fensterlosen unteren Hälfte mit Travertinrelief von L. Gies.

6. Südlicher Abschnitt (sogenannter Pilzstützenbau) über der

Durchfahrt zum Innenhof auf 2 markanten pilzförmigen Sichtbetonstützen mit ovalem Querschnitt (Deckenuntersicht des Durchgangs Sichtbeton), hier auch Eingangssituation; risalitartig vorgezogene Sichtbetonrahmung des Treppenhauses (nachträglich in Anpassung höhergezont) mit schräg zurücktretender Türanlage (Stahl-Glas) und darüberliegendem Kragdach (kannelierte Untersicht) sowie einer Fensteranlage mit Stahlrahmenprofilen; bei den weiteren Fenstern wurde das Material ausgetauscht; neuerer verglaster Verbindungsgang in Nord-Süd-Richtung auf der Mittelachse des Flachdachs, davor beidseitig Brüstungsgeländer; neueres Pseudomansarddach auf dem Fernsehtrakt (nicht denkmalwürdig); Fassaden zum Innenhof verputzt, Material der Fenster ausgetauscht.

Im Innern ist von denkmalpflegerischer Relevanz:

1. Die Haupteingangshalle mit dem Bodenbelag aus Kunststoff,

dem Windfang (ursprüngliche Windfangsituation durch die neuere Sicherheitsschleuse verunklärt), den beiden zweiflügeligen Ganzglastüren in Stahlzargen innerhalb einer Ganzglaswand (als Abgrenzung zu Foyer und Teestube), der Deckenverkleidung und der Beleuchtung.

2. Das Haupttreppenhaus (T1) mit der geschwungenen Treppenan

lage in geknickter Stahlbetonbauweise (dunkle Kunststeineinfassung - ehemals für Stufenauftritte aus Mipolam -, teilweise ergänztes brüniertes Bronzegeländer, dabei vom 1. UG zum EG durchgeführte Stäbe), dem großen Antikglasfenster (nach Entwurf von Georg Meistermann) zum Innenhof, den Wandleuchten sowie den Etagenabschlußtüren.

3. Das Nebentreppenhaus (T3) zur Privatstraße mit der Treppe in

geknickter Stahlbetonkonstruktion auf tragender Mittelrippe (dunkler Kunststeinbelag, teilweise ergänztes Metallgeländer).

4. Das Hauptfoyer des Komplexes Großer Sendesaal (EG) mit

dem Parkettboden, der Holzverkleidung der Wände (teilweise gestäbt), der integrierten Garderobe mit gestaffelt geschwungener Theke (gestäbt), den Zugängen zum großen Sendesaal beidseitig der Garderobe (Holzstufen und 2-flügelige Holztüren), der ins obere Foyer führende parabelförmig geschwungenen Stahlbetontreppe (Trittstufen aus Eiche, Bronzegeländer), der abgehängten Stuckdecke und der Beleuchtung (Deckenleuchten mit kegelförmigem Messingschirm, geätzte Glaspendelleuchten mit Messingteilen - "Stachelbeerleuchten" - sowie seitliche Hinterleuchtung der Kunstschliffenster von Gies).

5. Das Seitenfoyer des Komplexes Großer Sendesaal (EG), dessen

Raumstruktur und Wandabwicklung der Südseite in modifizierter Angleichung an den Ursprungszustand wiederhergestellt wurde, mit dem Parkettboden, der im Wechsel angebrachten Hartstuck- sowie Holzverkleidung der Wände, den Spiegelelementen (geätzte Muster), der Decke und der Beleuchtung sowie den Garderoben und der Ganzglastüranlage zum Entrée Privatstraße (unter dem sog. Pilzstützenbau).

6. Das Entrée zur Privatstraße mit der ehemaligen Kartenvorver

kaufsstelle.

7. Der funktionstüchtige Umlaufaufzug (Paternoster) mit der

gestäbten Holzverkleidung und den hölzernen Schiebetüren im EG sowie den gerundeten, holzgestäbten Laibungen in den OGs.

8. Das Hauptfoyer des Komplexes Großer Sendesaal (OG) mit

dem Spannteppichboden, der gestäbten Holzverblendung an der Treppenwand, den Holztüren in Birnbaum mit geschnitzten Schlagleisten von L. Gies (teilweise auch mit Türdrückern von P. F. Schneider), dem überlebensgroßen Hartstuckrelief (Orpheus) nach Entwurf von L. Gies an der Kopfwand, der Stuckdecke mit Schallschluckelementen, den "Stachelbeerleuchten" und der seitlichen Hinterleuchtung der Kunstschliffenster.

9. Das Nebentreppenhaus zwischen Erd- und Obergeschoßfoyer

mit Bodenbelägen, Beleuchtung, Geländer und Farbgebung der Wände.

10. Der Große Sendesaal I mit dem Parkettboden, dem getreppt

ansteigenden, variablen Podium mit versenkbarer Vorbühne, der (wieder) bespielbaren Konzertorgel (J. Klais, Bonn) mit verstellbarem Spieltisch und wiederhergestellter Effektbeleuchtung im Korpus, den in Segmenten gestaffelten Wänden mit einer - teilweise gestäbten - Birnbaumverkleidung sowie mit geschnitzten Vertikalbändern von L. Gies, den Eingangsschleusen mit gestäbter und gelochter Holzverkleidung, der saalseitigen Ansicht der - teilweise verglasten - Regieräumen und der Bestuhlung (Klappsessel), der Empore mit Holzverblendung und einer Untersicht aus kanneliertem Hartstuck, den sägezahnförmigen holzverkleideten Deckenelementen über den Seitengängen, der reich gegliederten Stuckdecke (über dem Auditorium in Kassetten unterteilt, über dem Podium kanneliert), den integrierten Deckenstrahlern über dem Podium, der Wand- und Deckenbeleuchtung über den Seitengängen sowie der indirekten Deckenbeleuchtung im Bereich der Empore.

11. Der Kleine Sendesaal II (Kammermusiksaal) mit dem Parkettbo

den im Farbwechsel, dem um 2 ausschwingende Stufen erhöhten Orchesterplatz, der abgehängten sägeschnittförmigen, quer zur Raumtiefe abgeschleppten und in die schräggestellte Rückwand übergehende Decke (Decke und Rückwand sowie Seitenwände in Holz), dem Regiefenster und den Türanlagen, den "Stachelbeerleuchten", der Beleuchtung im Sägezahn und der Rückwandbeleuchtung.

12. Die Teestube (Cafeteria) mit dem Parkettboden im Farbwech

sel, der Säule, dem Treppenabgang zur ehemaligen Kantine im UG (Bronzegeländer, Holzstufen), der großflächigen Wandmalerei von Anton Wolff (Enkaustiktechnik) an der West- und Nordseite, der farbig gefaßten gestäbten Decke und den "Stachelbeerleuchten".

13. Bestandteil des Denkmals sind auch das ursprünglich in

eine Glasprismen-Wand eingebaute Betonglasfenster von Georg Meistermann im Treppenhaus des 1953/54 im 2. Bauabschnitt errichteten Erweiterungsgebäudes an der Ecke Margarethenkloster/Privatstraße (Fernsehtrakt) sowie

14. die kunstgeschliffenen Gußglasfenster nach Entwurf von L.

Gies in den ehemaligen Studios IV und V.

Der übrige Teil des Baus ist, bis auf die oben beschriebene Fassade an der Privatstraße, aufgrund der starken Veränderungen vom Denkmalschutz ausgenommen.

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, erlangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem neuen städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. Das Funkhaus des WDR (ehemals NWDR) wurde 1948-52 und 1953-54 in zwei Bauabschnitten in Domnähe zwischen Wallrafplatz, Unter Fettenhennen, An der Rechtschule, Privatstraße und Margarethenkloster errichtet. Planung und Ausführung des Bauwerks, dessen Hauptteil mit dem Komplex des Großen Sendesaals 1952 feierlich eröffnet wurde, lagen bei Architekt BDA P. F. Schneider, der auch in den folgenden Jahren weitere Bauten für den expandierenden WDR realisierte.

Eine Besonderheit der Bauaufgabe bestand in der - kostenbedingten - Notwendigkeit, die noch erhaltene Bausubstanz des kriegsbeschädigten Hotels "Monopol", im Kern- und Schnittpunkt des Planungsareals an der Ecke Wallrafplatz/An der Rechtschule gelegen, zu verwenden und in den Neubau einzubeziehen. Durch Lage, Geschoßzahl und Geschoßhöhe nahm dieser Altbau somit bestimmenden Einfluß auf Konzeption und Gestaltung des Neubaus.

Entstanden ist ein horizontalbetonter, um einen Innenhof gruppierter mehrflügeliger Baublock mit Staffelgeschossen und Flachdächern, dessen an mehreren Seiten leicht konvex ausschwingende Travertinfassaden durch ihre Flächigkeit ein einheitliches, ruhiges und harmonisches Erscheinungsbild von großzügiger Maßstäblichkeit ergeben. Wesentliches Gestaltungsmerkmal sind die zu unterschiedlichen Blöcken und Bändern zusammengefaßten, rhythmisierten Fenstergruppen, die durch Format, Anordnung und Form gleichzeitig auch Rückschlüsse auf die innere Raumaufteilung und -funktion zulassen. Das Erdgeschoß wurde im Bereich des umgebauten Altbaus - in Anlehnung an dessen einst geöffnete Erdgeschoßarkaden - durch eine wandhohe, hinter die hier freigestellten Stützen zurückgesetzte Verglasung besonders transparent gestaltet. Hierein fügt sich auch der durch seitliche Travertinreliefs von L. Gies betonte Haupteingang mit der asymmetrischen Stufenanlage.

Ein vertikales Gegengewicht zur vorherrschenden Horizontalbetonung stellen die eingefügten breiteren Mauerflächen sowie die "große Ordnung" der über mehrere Geschosse reichenden Fensteranlagen von Foyers und Treppenhäusern dar, die gleichzeitig als Zäsuren zwischen den einzelnen Bautrakten angesprochen werden können. Dadurch erfährt die sehr lange Front An der Rechtschule eine durch eine differierende Gestaltung noch betonte Dreiteilung. Akzente setzen hier auch die Durchfahrt zur Privatstraße mit dem seitlich angebrachten Relief von L. Gies sowie die schräggestellten Vitrinen, die die Funktion von Schaufenstern adaptieren und eine dynamische Fassadenflucht suggerieren. Die oberste umlaufende und enger gestellte Fensterreihe erinnert an die architektonische Funktion eines abschließenden Attikageschosses und trägt wesentlich zur ausgewogenen Proportionierung des flachgedeckten Baues bei.

Die Rückfront des Komplexes verläuft an der durch den Südflügel geführten Privatstraße und wurde analog zu den Hauptfassaden als Straßenfassade ausgebildet. Besonders markant ist dabei der südliche Abschnitt, der in der Breite des Innenhofs auf zwei mächtige Pilzstützen gesetzt worden ist. Diese Lösung garantiert eine freie Durchfahrt zum Hof. Des weiteren ist die Gestaltung des nördlichen, bereits zum Erweiterungsbau (2. Bauabschnitt) gehörenden gekurvten Fassadenabschnitts hervorzuheben. Die in der unteren Hälfte fensterlose Fläche wird durch ein graphisch wirkendes Relief von L. Gies ornamental gegliedert und betont: hier ist damals das zweite in der BRD gebaute Fernsehstudio untergebracht worden.

Ist die äußere Gestaltung des Funkhauskomplexes im wesentlichen aus dem inneren Raumgefüge entwickelt worden und eher klar und sachlich, so wurde - in Entsprechung zur Bauaufgabe Funkhaus - der Schwerpunkt vor allem auf die gestalterische und technische Anlage des Innenbaus gelegt. Unter Beteiligung namhafter Künstler wie Ludwig Gies, Georg Meistermann und Anton Wolff sind vor allem die der Öffentlichkeit zugänglichen Bereiche des Haupttraktes mit Eingangshalle, Haupttreppenhaus, Teestube und ehem. Kantine sowie Kammermusiksaal und Komplex Großer Sendesaal inklusive seinen Foyers aufwendig und höchsten ästhetischen wie funktionalen Ansprüchen gerecht werdend gestaltet worden. Die Ausführung der weiteren Bestandteile der Innenausstattung, wie Bestuhlung, Beleuchtungskörper und sogar Türgriffe, erfolgte im wesentlichen nach Entwürfen des Architekten.

Von hervorragender Bedeutung für den Gesamtcharakter des Funkhauses ist auch der Paternoster, dem Heinrich Böll in seiner Erzählung "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" (1955) ein literarisches Denkmal setzte. Seine gleichmäßig sich vollziehende Bewegung macht das räumliche wie funktionale Ineinandergreifen verschiedener Ebenen innerhalb des Rundfunkbetriebes besonders anschaulich. Der Große Sendesaal, bereits 1950 eingeweiht und gleichzeitig erster Neubau eines öffentlichen Konzertsaales im Nachkriegs-Köln, stellt wie der benachbarte kleinere Kammermusiksaal ein innenarchitektonisches Denkmalensemble allerersten Ranges dar. Die Gestaltung des Raumes verbindet, etwa durch die Staffelung der birnbaumvertäfelten und mit geschnitzten Vertikalbändern von Gies versehenen Wandsegmente, Ästhetik mit technischen (= akustischen) Erfordernissen. Das gleiche gilt für die abwechslungsreiche, kassettierte Stuckdecke mit den seitlichen sägezahnförmigen Deckenelementen aus Holz. Dominiert wird der Große Sendesaal von der (wieder) bespielbaren Konzertorgel, seinerzeit die größte Westdeutschlands und ein bedeutendes Tondenkmal der 50er Jahre.

Voraussetzung für die sich vor allem in der Gestaltung der beiden Sendesäle manifestierende gelungene Synthese von architektonischen und funktechnischen Belangen waren zahlreiche konstruktive Neuerungen zur Ausschaltung von Geräuschübertragungen und zur Schaffung einer geeigneten Akustik, wie Eigenfundamente für schwingungssensible Gebäudeteile, isolierende (Gummi-)Lagerung von Eisenträgern, Hängekonstruktion von Geschossen, Hängedecken und schwimmende Fußböden.

Das bereits 1948 begonnene Funkhaus ist als erster großer Kulturbau Kölns nach dem Zweiten Weltkrieg und als gelungene Lösung der bautechnisch komplexen und schwierigen, damals noch jungen Bauaufgabe Funkhaus ein unverzichtbares Dokument der frühen Nachkriegsarchitektur. Nach der vorangegangenen Zeit des Nationalsozialismus beruht seine Konzeption auf Öffentlichkeit und funktionaler Transparenz als Ausdruck des demokratischen Mediums Rundfunk. Diese inhaltliche Offenheit wurde auch architektonisch unterstrichen, so beispielsweise in der optischen, zeitweise auch funktionalen Öffnung des Erdgeschosses für das Publikum.

Auch seine - einst umstrittene - Lage im traditionsreichen zentralen Altstadtbereich, statt, wie ursprünglich von der Stadtplanung vorgesehen im Grüngürtel, steht in diesem Zusammenhang und dokumentiert gleichzeitig die hohe politische Bedeutung, die man dem öffentlich-rechtlichen Medium der Information und Meinungsbildung beimaß. Das Funkhaus trug darüber hinaus wesentlich dazu bei, daß die Innenstadt - mit Opernhaus, Gürzenich und zahlreichen Museen - kultureller Mittelpunkt der Stadt blieb.

Von großer Bedeutung ist auch die Tatsache, daß mit der Formensprache des Funkhauses eine für die Domumgebung verbindliche Architekturfassung aufgenommen wurde. So entsprechen die Betonung der Horizontalen sowie Staffelgeschosse und Flachdächer der Wiederaufbaukonzeption von Generalplaner Rudolf Schwarz, die in der Umgebung des Doms, "der keine kleinliche Vertikalkonkurrenz gestattet" (Franz Berger), einen Kranz von Flachdachbauten vorsah.

Das Funkhaus, Ausgangspunkt für die weiteren raumgreifenden Erweiterungsbauten, ist 1986-91 unter Leitung der Bauabteilung des WDR und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtkonservator Köln generalsaniert worden. Dabei ist es nicht nur auf den neuesten technischen Stand gebracht worden, sondern sämtliche denkmalrelevanten Bereiche, vor allem des Inneren, sind nach dem jeweiligen Originalbefund im Sinne des ursprünglichen Zustands wiederhergestellt bzw. funktionsbedingt ergänzt worden, so daß sich das Funkhaus heute wieder als ein bedeutendes, in sich geschlossenes und konsequent verwirklichtes Gesamtkunstwerk der frühen 50er Jahre präsentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0