Wohnhaus
Burgmauer 5 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6649 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Burgmauer 5, 50667 Köln |
| Baujahr | 1954 bis 1955 |
| Architekt / Planung | Josef Steinberger |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut 1954/55, Architekt Josef Steinberger, Teil einer
2 - 3geschossigen Bautengruppe (Kurienhäuser) mit Kapelle und 4geschossigem Riegelbau (Dompropstei) am Margarethenkloster; freistehendes 2 - 3geschossiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoß und rückwärtiger 2geschossiger Erweiterung in einer Achse, Satteldächer, Balkone (mit neuerem Brüstungsgitter), Putzfassaden, Fenster (an der Rückseite teilweise mit orig. Fenstergittern) sowie Balkontüren weitgehend original; Eingangssituation mit einem, bis zur parallel zum Gebäude verlaufenden historischen Bruchsteinmauer reichenden Vordach und mit der Haustür weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Terrazzofliesenboden, Stahlbetontreppe mit Terrazzobelag, Metallgeländer und Mipolamhandlauf, Verglasung einer Wand teilweise mit Glasbausteinen. Bestandteil des Denkmals ist auch die parallel zur Nordfassade des Gebäudes verlaufende historische Bruchsteinmauer.
Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. In dieser Zeit erlebte auch die kirchliche Bautätigkeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Dabei erreichten gerade auch die vom Erzbistum Köln in Auftrag gegebenen Bauwerke, die oft durch bedeutende Architektenpersönlichkeiten geplant und realisiert wurden, selbst über den eigentlichen Kirchenbau hinaus einen ausgesprochen hohen Standard. Das trifft auch auf die 1954-59 auf dem Gelände zwischen Margarethenkloster, Burgmauer und Mariengartengasse in offener Bauweise errichteten Domkurien zu, die am Margarethenkloster in dem Riegelbau der Dompropstei ihren architektonischen Abschluß finden. Das o. g. Gebäude ist integraler Bestandteil dieses Ensembles und entstand 1954/55 als Kurie V mit zwei Domherren-Wohnungen nach Plänen von Josef Steinberger. Die architektonische Gestaltung des mitten in der großzügigen Gartenanlage befindlichen,
2 - 3geschossigen o. g. Gebäudes mit Satteldach ist, analog zu den weiteren Kurienhäusern (Nr. 3 - 13), vor allem durch die glatten Putzfassaden sehr sachlich und straff gehalten worden. Beim o. g. Objekt, das an der als Rückseite ausgebildeten Südfassade über eine 2geschossige Erweiterung mit Satteldach sowie laubengangartige Balkone verfügt, ist darüber hinaus die parallel zur Nordseite verlaufende historische Bruchsteinmauer nicht abgebrochen, sondern in die Eingangssituation integriert worden. Diese Verbindung von Alt und Neu macht hier einen ganz besonderen Reiz aus. Das o. g. Gebäude, das einen größeren Höhenunterschied auszugleichen hat, ist somit auch als besonders qualitätvolles Zeugnis der Architektur der 50er Jahre unbedingt erhaltenswert. Gemeinsam mit den weiteren Kurienhäusern bildet es ein durch mehrere Architekten realisiertes, in seiner architektonischen Form aufeinander abgestimmtes geschlossenes Ensemble in unmittelbarer Domnähe, wobei als baulicher Abschluß das markante Flachdachgebäude der Dompropstei von Karl Band anzusehen ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0