Wohnhaus
Van-Gogh-Straße 3 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7254 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Van-Gogh-Straße 3, 50933 Köln |
| Baujahr | 1959 bis 1960 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
1959/60 erbaut, Architekt: Joachim Schürmann, Köln; freistehend auf außen rechteckig begrenztem Grundriß; 1 Geschoß mit Flachdach; Stahlskelettkonstruktion mit Ausfachungen aus Gasbetonplatten, teilweise mit Holzlattenschalungen; ursprünglich H-förmige Bebauung mit zwei Innenhöfen auf der Ost- und Westseite, östlicher Innenhof im östlichen Bereich ursprünglich teilweise überdacht, 1970 verändert durch Wohnraumerweiterung in Anpassung an den bestehenden Bau (Architekt J. Schürmann) mit hölzerner straßenseitiger Außenwand; Fensteröffnungen bandartig und raumhoch großflächig, Fenster und Hebe-Schiebetüren aus Stahl original, teilweise Glaslamellen (erneuert); Hauseingang auf der Nordseite, Haustür in raumhoher Verglasung in Stahlrahmen original, Podest mit Belag aus Naturstein; durch die Flachdachkonstruktion an das Haus angebundener Garagenbau auf der Nordseite, teilweise pergolaartig geöffnete Überdachung des Hauseingangs; auf der Südseite eine spätere zusätzliche Außentür mit Vordach, loggienartig unter dem Dach zurückspringender Sitzplatz, davor Außenschwimmbecken; Wasserpflanzenzierbecken auf westlichem Innenhof; Bodenbelag der Innenhöfe (östlicher Hof weitgehend bepflanzt), des überdeckten Sitzplatzes und des Schwimmbeckenbereichs original aus Travertinplatten; südlich des Schwimmbeckens originaler Zaun (Stahlgerüst mit Hartholzlamellen). Im Inneren original erhalten: Innentüren aus Holz in Stahlzargen; Bodenbeläge aus Holz (Schiffsbodendielen) in den Wohnräumen und hellem Naturstein in der Eingangshalle; hölzerne Wandverkleidungen in der Vorhalle; Kamin in der Wohnhalle. Bestandteil ist auch die zum Haustyp gehörige, das Haus umgebende Gartenfläche ohne Grundstückseinfriedung.
Die bauliche Erweiterung des alten Müngersdorfer Ortskerns erfolgte seit der Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 zunächst durch genossenschaftliche Arbeiterwohnungsbauten. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden der ausgedehnte Stadionbereich und der Äußere Grüngürtel. Aufgrund der landschaftlichen Schönheit nahm die Tendenz zum Ausbau als Villen- und Künstlervorort zu. Bis in die jüngste Vergangenheit wurden in dieser bevorzugten Lage qualitätvolle Beispiele neuerer Architektur errichtet. Das o. g. Haus Van-Gogh-Str. 3 gehört zur Erstbebauung eines in der Nachkriegszeit erschlossenen Wohnviertels nördlich der Aachener Straße und westlich des Grüngürtels. Die Bebauung mit Einfamilienhäusern zeichnet sich insgesamt durch ihren gehobenen Standard aus. Das 1959/60 nach Plänen des Kölner Architekten Joachim Schürmann errichtete Gebäude (Haus Dr. Gross) ist innerhalb dessen Oeuvres nach seinem eigenen Haus und dem Haus Dr. Gold das dritte Einfamilienwohnhaus der späten 1950er Jahre in Köln, das Schürmann in einer neuartigen, ihm eigenen Konstruktionsweise entworfen hat. Bereits in dieser Frühphase seiner Tätigkeit entwickelte der 1926 geborene Architekt, der seit 1956 selbständig in Köln tätig war, ein in konstruktiver wie gestalterischer Hinsicht für ihn charakteristisches architektonisches Grundkonzept, das auf der kubischen quadratischen Form beruht.
O. g. Haus vertritt in eindrucksvoller Weise die für Schürmann bezeichnende Formensprache, die sich in einer für die 1950er Jahre typischen stilistischen Richtung am "Neuen Bauen" der 1920er Jahre orientiert. Das Gebäude stellt sich als ein durch die große rechteckige Dachfläche zusammengefaßtes Gefüge von Räumen dar, die sowohl gemeinsames wie separiertes Wohnen ermöglichen. Zentraler Aufenthaltsraum ist die große Wohnhalle, um die herum die Wohntrakte mit unterschiedlicher Nutzung (Hauswirtschaftsräume, Kinderzimmer, Schlaf- und Arbeitsräume) sowie zwei Innenhöfe und ein Sitzplatz als Freiräume gruppiert sind. Besonders die Halle, aber auch die übrigen Räume öffnen sich zu den Innenhöfen und rückseitig – zur Straße hin sind die Fassaden geschlossener gestaltet – durch großflächige Verglasungen, die abwechslungsreiche Ausblicke ermöglichen und eine Einbeziehung des umgebenden Grüns bewirken. Diese Offenheit ist Resultat der auf das Wesentliche reduzierten Bauweise. Im Vordergrund steht die Sichtbarkeit der Konstruktion, die ihre gestalterischen Qualitäten auch aus den verwendeten Materialien bezieht. Das für ein Wohnhaus unübliche Stahlgerüst aus Industrieprofilen – die Stützen bestehen z. B. aus miteinander vernieteten Winkeleisen – kontrastiert mit den klar gegeneinandergesetzten Wand- und Glasflächen. Dank seines insgesamt nahezu in originaler Substanz erhaltenen Erscheinungsbildes dokumentiert das o. g. Haus Van-Gogh-Str. 3 als ein bedeutendes frühes Werk des bekannten Architekten Joachim Schürmann die Ausbauphase Müngersdorfs nach 1945 und ist als unverzichtbares Denkmal unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0