Wohnhaus
Böcklinstraße 11 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7764 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Böcklinstraße 11, 50933 Köln |
| Baujahr | 1959 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1996 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
1959 erbaut; Architekten: Hähnlein & Neumann, Köln; freistehendes Einfamilienhaus auf unregelmäßigem Grundriß, im Süden bis an die Grundstücksgrenze reichend; 1 bis 2 Geschosse, zweigeschossiger Mittelteil traufständig mit rückseitig abgeschlepptem Satteldach, auf der Südseite eingeschossiger Garagenanbau mit später ausgebautem Satteldach, auf der Nordseite eingeschossig vortretender Wohnraum mit Walmdach, leicht nach Osten abgewinkelt, im Winkel Kaminschornstein; geschlämmte Backsteinfassaden; straßenseitige Ostseite mit Loggia im OG, Hauseingang loggienartig zurückgesetzt, originale Haustür aus Holz in großer rechteckiger mehrteilig verglaster Öffnung mit Metallrahmung; in Reihen angeordnete quadratische Fensteröffnungen mit originalen Fenstern und originalen Ziergittern im EG; Garage mit großer rechteckiger Toröffnung, originalem Tor und Rundfenster mit originalem Ziergitter; Nebeneingang zum Haus mit erneuerter Tür in originaler Metallzarge, neueres Vordach.
Rückseite: zurückgesetzte Terrasse (erneuerter Bodenbelag), große querrechteckige Fensteröffnungen im EG mit originalen Fenstern, rasterartig angeordnete kleine quadratische Öffnungen im Mauerwerk zu Garage und innenliegender Kellertreppe, originale Tür zur Garage, im Dachgeschoß über der Garage neue Gaube mit Austritt, neue Dachflächenfenster.
Im Inneren original erhalten: In Eingangsbereich und Treppenhaus (Halle): Bodenbelag aus dunklen Kunststeinplatten, Treppe ins OG mit Kunststeinstufen und Metallstabgeländer mit goldfarbenen Zierknäufen und Mipolamhandlauf (im OG als Brüstung fortgesetzt), Kellertreppe aus Kunststein mit nachgebildetem Metallstabgeländer, originale Grundrißgestaltung (teilweise vom ursprünglichen Bauplan abweichend) mit z.T. gerundetem Wandverlauf, rundbogiger Durchgang zu Garderobe und WC, im Wohnraum Bodenbelag aus Solnhofener Platten und offener Eckkamin mit Kantenverblendung aus Bruchsteinplättchen und Stützsäulchen mit Mosaikbelag (schwarz, vereinzelt gold), im OG 1 zusätzliche Mauer im rückwärtigen Teil, Einbauschrank im Flur, im Bad Boden mit Mosaikbelag (schwarz, vereinzelt gold) und Sanitärausstattung (grün), alle Türen.
Bestandteil des Denkmals sind auch die umgebenden Grünflächen, der Vorgarten (straßenseitige Einfriedung erneuert) und der Garten mit teilweise älterem Baumbestand und Gestaltung mit Rasenflächen und geschwungenen Randbeeten (neuerer Swimmingpool).
Die bauliche Erweiterung des alten Müngersdorfer Ortskerns erfolgte seit der Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 zunächst durch genossenschaftliche Arbeiterwohnungsbauten. In den 1920er und 30er Jahren entstanden der ausgedehnte Stadionsbereich und der Äußere Grüngürtel. Aufgrund der landschaftlichen Schönheit nahm die Tendenz zum Ausbau als Villen- und Künstlervorort zu. Bis in die jüngste Vergangenheit wurden in dieser bevorzugten Lage qualitätvolle Beispiele neuerer Architektur errichtet. Das o. g. Haus Böcklinstr. 11 gehört zur Erstbebauung eines in der Nachkriegszeit erschlossenen Wohnviertels nördlich der Aachener Straße und westlich des Grüngürtels, dessen Bebauung mit Einfamilienhäusern sich insgesamt durch ihren gehobenen Standard auszeichnet. Das 1959 nach Plänen der Architekten Hähnlein und Neumann errichtete Gebäude vertritt einen eher konservativen Baustil der 1950er Jahre, für den der quergelagerte zweigeschosssige Baukörper mit Satteldach charakteristisch ist. Dementsprechend dominiert in der Fassadengestaltung die Horizontale. Bezeichnendes Element ist die bandartig durchlaufende Brüstung zwischen den Reihen quadratischer Fenster im Erd- und Obergeschoß. Belebung erfährt die Architektur durch die rückseitig unter der Dachabschleppung und seitlich vortretenden niedrigeren Anbauten, deren nördlicher mit zeittypisch schräger Mauerführung auf den Fluchtlinienverlauf der Grundstücksgrenze Bezug nimmt. Dank seines weitgehend in originaler Substanz einschließlich der inneren Ausstattung und des umgebenden Gartens erhaltenen Erscheinungsbildes dokumentiert das o.g. Haus Böcklinstr. 11 als unverzichtbares Beispiel die architektonischen Ausdrucksformen der Ausbauphase Müngersdorfs nach 1945.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0