Wohnhaus

Franz-Seiwert-Straße 25 · Müngersdorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7294
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Franz-Seiwert-Straße 25, 50933 Köln
Baujahr1964 bis 1965
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.12.1994
Stadtteil Müngersdorf

1964/65 erbaut, Architekt: Hein Hossdorf, Köln; freistehendes Haus auf verwinkeltem H-förmigen Grundriß; 1 Geschoß, Flachdach; backsteinsichtige Fassaden (rot), stilistisch am "Neuen Bauen" orientiert; Hauseingang auf der Nordseite im Mitteltrakt in Glasbausteinwand, hölzerne Haustür original, unterseitig holzverkleidetes Vordach; rechteckige Fensteröffnungen verschiedenen Formats, auf der Ostseite erneuerte Fenster über orginalen Brüstungen mit Füllungen aus schwarzem Glas, originale Rolläden (Holzlamellen); auf der Westseite in ursprünglicher Aufteilung erneuerte Fenster, raumhohe Verglasungen mit mittlerer Tür; auf der Südseite originale Holzfenster, raumhohe Verglasungen mit Schiebetür, Flügeltüren, Oberlichtern mit Füllungen aus schwarzem Glas, westlich vor dem Wohnraum unterseitig holzverkleidetes Vordach, originale Kellertreppe mit Metallgeländer, 2 orginale Kellertüren, originales Kellerfenster mit Vergitterung, originaler Terrassenbelag aus Betonplatten; vor den Türen originale Trittroste aus Metall. Im Innern original erhalten: Im Eingangsbereich, in Küche und Wohnräumen Kunststeinböden, hölzerne Deckenverkleidungen mit eingelassenen Lampen; im Eingangsbereich Kellertreppe (neu belegt) mit Metallgeländer, ursprünglich backsteinsichtige Wände verändert, Heizkörper, in den Wohnräumen vor den Fenstern in den Boden versenkt mit Trittrosten aus Metall; hölzerne Wandregale im Arbeitszimmer, alle Zimmertüren (Griffe erneuert); Bodenfliesen im Duschbad (grau), Wandfliesen in Bad (gelb), Duschbad und Küche (weiß).

Bestandteil des Denkmals ist die nordöstlich gelegene flachgedeckte Garage, backsteinsichtig, mit originaler Zarge des Tores, durch pergolaartige Betonbalken mit dem Haus verbunden. Bestandteil ist ebenso der das Haus umgebende, zum Haustyp gehörige Garten in weitgehend ursprünglich erhaltener Anlage (Rasenflächen mit Randbeeten, Plattenwege) und mit straßenseitig originaler Einfriedung aus Backsteinmauer und Metallzaun und -toren.

Die bauliche Erweiterung des alten Müngersdorfer Ortskerns erfolgte seit der Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 zunächst durch genossenschaftliche Arbeiterwohnungsbauten. In den 20er und 30er Jahren entstanden der ausgedehnte Stadionsbereich und der Äußere Grüngürtel. Aufgrund der landschaftlichen Schönheit nahm die Tendenz zum Ausbau als Villen- und Künstlervorort zu. Bis in die jüngste Vergangenheit wurden in dieser bevorzugten Lage qualitätvolle Beispiele neuerer Architektur errichtet. Das o. g. Haus Franz-Seiwert-Str. 25 gehört zur Erstbebauung eines in der Nachkriegszeit erschlossenen Wohnviertels nördlich der Aachener Straße und westlich des Gründgürtels. Die Bebauung mit Einfamlienhäusern zeichnet sich insgesamt durch ihren gehobenen Standard aus. Das 1964/65 errichtete Gebäude vertritt einen Baustil, der in der Nachkriegszeit durch Orientierung am "Neuen Bauen" der 20er Jahre entwickelt wurde. Architekt war Hein Hossdorf, der einen betont schlicht gehaltenen Baukörper auf H-förmigem Grundriß mit drei als Wohn-, Schlaf- und mittlerem Wirtschafts- und Versorgungsbereich genutzten Traken erarbeitete. Der auf kubischen Formen beruhenden eingeschossig flachgedeckten Architektur entspricht die klare Gestaltung der Fassaden, die vom Wechsel backsteinsichtiger geschlossener Mauerflächen mit raumhohen Fensterverglasungen leben, wobei die schwarzen Glasblenden besonders charakteristische Elemente sind. Die auf das Wesentliche reduzierte Formensprache äußerst sich auch in den Details wie bei den streng sachlichen Metallgeländern. Um Störungen des Gesamteindrucks zu vermeiden, wurden die Heizkörper in den Wohnräumen durch die technisch neuartige Möglichkeit der Versenkung in den Boden in ihrer optischen Erscheinung sogar gänzlich zurückgenommen. Bezeichnend für die Architekturauffassung Hossdorfs ist die Einbettung des Gebäudes in den umgebenden Garten, den die Wohnräume durch großzügig verglaste Öffnungen einbeziehen. Dank seines weitgehend in orginaler Substanz einschließlich des Innern und der Gestaltung des zum Hautyp gehörigen Gartens erhaltenen Erscheinungsbildes dokumentiert das o. g. Haus Franz-Seiwert-Str. 25 eine die 50er Jahre kennzeichnende stilistische Richtung und ist als Beispiel für die Ausbauphase Müngersdorfs nach 1945 unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0