Wohn- u. Geschäftshaus

Gertrudenstraße 35 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7259
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gertrudenstraße 35, 50667 Köln
Baujahrum 1875
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.11.1994
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1875; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (drei Gauben), 3 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen (teilweise erneuert) in Anklängen an den Klassizismus; Erdgeschoß mit Ladenlokal verändert, durch Beschriftungsfeld und Stockwerksgesimse von Obergeschossen getrennt, originale Metallstütze mit Konsole rechts neben dem Gebäudeeingang; Fenster erneuert, originale schmiedeeiserne Brüstungsgitter vor den Fenstern des 2. Obergeschosses, Haustür erneuert. Rückseite backsteinsichtig, Fenster teilweise original. Im Innern original: im Eingangsbereich Terrazzoboden, schlichter Deckenstuck (teilweise beschädigt), Treppe: Metallkonstruktion mit Holzausfachung, schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf, teilweise originale Fußbodendielen, Stahlträger in Wänden und Decken. Im Keller, im 2. Untergeschoß: Reste der römischen Stadtmauer.

Die Kölner Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu 90 % zerstört. Von den Kriegseinwirkungen war auch die Bebauung der Gertrudenstraße, nordwestlich des Neumarkts, betroffen. Die Gertrudenstraße, die im Mittelalter aufgrund ihrer Lage parallel zur Römermauer "An der Alten Mauer bei St. Aposteln" hieß, bestimmt heute ein heterogenes Erscheinungsbild mit Bauten verschiedenen Alters. Das o. g. Objekt gehört zu einem Restbestand von frühen Gründerzeitbauten, von denen im Kölner Stadtgebiet nur noch wenige erhalten sind. Innerhalb der Gertrudenstraße, im Einmündungsbereich der Wolfstraße, ist es Bestandteil eines geschlossenen Gründerzeitensembles (Gertrudenstr. 29 - 35). Das verhältnismäßig aufwendig dekorierte, in Stahlskelettbauweise errichtete Gebäude mit einer klassizistischen Fassadengestaltung (1. - 2. OG) hat stadtbildprägenden Charakter. Aufgrund seiner Geschoßanzahl (das Dachgesims verläuft über dem 2. OG) hebt sich das Wohn- und Geschäftshaus von seiner Nachbarbebauung deutlich ab. Als Dokument der frühen gründerzeitlichen Neugestaltung der Kölner Altstadt belegt es die städtebauliche Entwicklung Kölns von der Römerzeit (die Fundamente des Hauses stehen teilweise auf der römischen Umfassungsmauer Kölns) bis heute und bewahrt das ursprüngliche Erscheinungsbild der Gertrudenstraße in der durch Neubauten geprägten Innenstadt. Es ist daher von besonderer Bedeutung und unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0