Wohn- u. Geschäftshaus

Apostelnstraße 42 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8117
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Apostelnstraße 42, 50672 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.07.1997
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1880, auf rechteckiger Grundfläche (Hofbereich nachträglich eingeschossig bebaut).

Fassade: 5 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, 3 Achsen, Stuckfassade in Formen des Klassizismus, Erdgeschoß weitgehend verändert (Wandplattenverblendung, schwarz), Eingang links innerhalb der Eingangsnische zum Ladenlokal, Haustür in Metall/Glas erneuert, Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert (Holz, Einscheibenfenster mit Oberlicht).

Rückseite: Backstein, 2 Achsen, Fenster mit flach segmentbogigem oberen Abschluß, im 2. Obergeschoß originale Holzfenster mit Sprossenteilung und Oberlicht.

Im Inneren: Vestibül: Natursteinbodenplatten, originale Holztreppe mit Antrittspfosten, Stäben und Handlauf, Treppenstufen mit Kunststoff belegt, Podeste mit Holzdielen belegt, z. T. originale Gewände der Wohnungseingangstüren, Wohnungseingangstüren erneuert.

In Keller und Tiefkeller Reste originaler Bodenfliesen rot/gelb.

Der eingeschossige Anbau im Bereich des rückwärtigen Hofes ist nicht Bestandteil des Denkmals.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, die in der Kölner Altstadt verheerende Verluste der historischen Baukultur zur Folge hatten, wurden weite Teile der gebauten Umwelt insbesondere die die Altstadt prägende Architektur des späten 19. Jahrhunderts z. T. aufgegeben. Den architektonischen und stadtplanerischen Vorstellungen der Nachkriegszeit entsprechend schuf man durch eine großzügige Planung ausgedehnte Freiflächen, die eine großräumige Gestaltung zur Folge hatte. Der Straßendurchbruch Nord-Süd-Fahrt mitten durch die Altstadt und seine architektonische Fassung führten weitgehend zu einer Entwertung des historisch gewachsenen Stadtgrundrisses und zu großmaßstäblich geplanter Neubebauung.

Im Bereich zwischen den Verkehrsachsen Hahnen- und Magnusstraße, unweit des Neumarktes und des Kirchengebäudes St. Aposteln liegt die Apostelnstraße mit Wohn- und Mietwohnbebauung sowie gewerblicher Gebäudenutzung auf gewachsenen überkommenen kleinteiligen Parzellen mit relativ alter Bausubstanz, sowie einer Vielzahl drei- bis viergeschossiger Nachkriegsneu- und Wiederaufbauten (z. B. Nrn. 40 und 46). Die Apostelnstraße in Nord-Süd-Erstreckung zwischen Breite- und Mittelstraße gelegen, weist eine noch weitgehend intakte Zeilenbebauung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts auf. In diesem Ensemblebereich kommt dem Gebäude Apostelnstraße 42 mit einigen weiteren Gebäuden der Entstehungszeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besondere Bedeutung zu. Das für die Kölner Stadtarchitektur typische, rheinischer Bautradition verpflichtete schmale und hohe Gebäude mit rückwärtigem kleinen Grundstück (heute gänzlich bebaut) zeigt eine sehr aufwendig gestaltete, städtische Baukultur repräsentierende, dem historistischen Formenkanon verpflichtete Fassade. Die in unverändertem Zustand (das Erdgeschoß ausgenommen) überlieferte Schauseite prägt der geschoßweise Wechsel der Stuckdekorationen in klassizistischen Formen (Schmuckformen: deutlich profilierte Geschoß- und Sohlbankgesimse, Fugenschnitt, Stuckbänder, Keilsteine). Die aufwendige Gestaltung der dreiachsigen Fassade charakterisiert die gehobenen Wohnansprüche der Bauherren, die dem Gebäude trotz der durch die Parzellendisposition eingeschränkten Möglichkeiten eine individuelle architektonische Form gaben, die sich von der Massenbauweise des Historismus abhebt. Das Gebäude Nr. 42 ist Teil eines zusammenhängenden Ensembles von Fassaden und Gebäuden mit historistischen und Jugendstildekorationen (z. B. Nr. 44: fünfgeschossiges dreiachsiges Gebäude mit Stuckfassade in Formen der Neorenaissance, hier korrespondieren die Rundbogenfenster sowie die breiteren Fenster in der Mittelachse). Weitere Nachbargebäude und gegenüberliegende Wohn- und Geschäftshäuser sind wie die Nr. 42 in weitgehend unverändertem Zustand überliefert. Für das Erscheinungsbild der traditionsreichen Geschäftsstraße ist das Gebäude von hohem Wert. Es dokumentiert trotz mancher Verluste (Erdgeschoßfassade und Teile der Innengestaltung) überkommene städtische Lebens- und Wohnformen der historischen Altstadt Kölns und ist als zeittypisches Denkmal gebauter Architektur vom Ende des vorigen Jahrhunderts ein unverzichtbarer Bestandteil der Kölner Baukultur im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0