Wohn- u. Geschäftshaus

Apostelnstraße 44 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8145
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Apostelnstraße 44, 50672 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.09.1997
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Riehl, da es die Erstbebauung dieses nördlichen Kölner Vorstadtgebiets dokumentiert. Bereits vor Niederlegung der Maueranlagen um Köln wurde hier 1860 der Zoologische Garten angelegt, dem zwei Jahre später die etwas nördlich gelegene Flora folgte. Im Anschluß daran entstanden vor der Jahrhundertwende die ersten Wohnbauten, die an der Stammheimer Straße städtischen, sonst aber eher vorstädtischen Charakter besitzen (Villenviertel und Siedlungen). Im Stil sind die Häuser Dokumente des Bauwillens der bürgerlichen Mittelschicht. Die Sieboldstraße ist eine kurze Wohnstraße im Bereich Flora/Botanischer Garten.

Das um 1924(!) errichtete Ein- bis Zweifamilienhaus besitzt eine Putzfassade im Heimatstil, die vor allem durch einen hohen zweigeschossigen Giebel gekennzeichnet wird (mit Krüppelwalmdach). Sehr charakteristisch sind die (restaurierten) Fensterläden vor den (originalen) Holzfenstern mit vier Achsen sowie die schmiedeeisernen Gitter neben der Haustür. Ebenfalls originaler Zaun um den Vorgarten mit zeittypischem Baumbestand. Rückwärtige Fassade verputzt mit veränderter Gartenanlage. Das Gebäude findet seine städtebauliche Fortsetzung im Haus Nr. 6; eine symmetrische Hausgruppe 8 und 10 kann geplant worden sein, wurde aber (evtl. durch Zerstörung der Häuser Nr. 8 und 10) nicht ausgeführt. Man erreicht über eine originale Terrazzotreppe das Hochpaterre. Im Innern blieb der originale Ausbau (Türen, Parkettböden), Decken und Kehrleisten - sowie die beiden nebeneinanderliegenden Holztreppen mit Holzgeländer) erhalten. Der Grundriß ist durch die getrennte Nutzbarkeit der OG originell gelöst. Städtebaulich knüpft das villenartige Reihenhaus deutlich an die Vorkriegsbebauung - etwa am Botanischen Garten 34 - 36 - an, dessen Hinwendung zum deutschen Landhausstil sie deutlich aufnimmt. Der konservative Gesamthabitus erlaubt aber Artdeco-Ornamentik an den Gittern und dokumentiert so die Stilvielfalt im Beginn der 20er Jahre.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0