Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 75 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7302
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 75, 51107 Köln
Baujahr1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.12.1994
Stadtteil Rath/Heumar

1928 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung", Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach (straßenseitig 1 originale Gaube, Sprossen des Fensters entfernt); Putzfassaden mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an Heimatstil und Expressionismus; straßenseitig 2 Achsen, Betonung der rechten nördlichen Achse durch Eckloggia mit Eckpfeiler im OG; rechteckige Fensteröffnungen, Fenster und Tür zur Loggia original, originale Klappläden; Seitenfassade mit Hauseingang, Haustür erneuert, Treppenstufen und Vordach original, querrechteckige und quadratische kleine Fensteröffnungen, Fenster original. Rückseite: Altan mit Brüstungsmauer des Balkons, Fenster- und Türöffnungen teilweise vergrößert, Fenster und Türen erneuert, Terasse verändert, eine neuere Dachgaube. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, alle Zimmertüren. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit teilweise originaler Einfriedung (Pfeiler und Mauersockel, nördlich ein Stück des Holzzauns) sowie der rückwärtige, zum Haustyp gehörige Garten. Nicht Bestandteil ist die neuere seitliche Garage.

Das Haus Wodanstr. 75 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die in der Kubatur von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Doppelhaus Wodanstr. 73/75, das mit den Eckpfeilern der Loggien expressionistische Details besitzt und im Typ dem gegenüberliegenden Haus Nr. 44/46 entspricht. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen - der Vorgarten und der rückwärtige Garten. Dank seines straßenseitig wie im Inneren nahezu unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o.g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokument und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0