Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 69 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7968 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 69, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1928 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdachgeschoß, original verputzt.
Straßenfassade: 2 Achsen; Hauseingang in linker Achse (Haustür erneuert), darüber ein um die Ecke greifendes Stuckgesims, Außentreppe mit abgetreppter Brüstungsmauer (Stufen erneuert, neues Vordach); seitlich querrechteckige Fensteröffnung mit Ziergitter und großes Fenster (Fenster erneuert), 2 OG-Fenster mit Schlagläden (Sprossen entfernt), Gaube mit dem Nachbarhaus verbunden (Fenstersprossen entfernt).
Seitenfassade: 3 kleinen quadratische Fenster im EG (erneuert), darüber das um die Ecke laufende Gesims, verkröpft um Regenfallrohr. Rückseite: Kellertür neu, im EG 2 Türen und 2 Fenster (Tür und Fenster zur Küche erneuert, zum Wohnzimmer vergrößert), Terrasse (vergrößert), 2 OG-Fenster (Sprossen entfernt), Dachgauben (neu).
Innen original: Grundrißdisposition (im Keller (Luftschutzarkaden eingebaut), Böden (Fischgrätmuster im EG, Steinholzboden im OG, außer Badezimmer), Heizkörper (im Wohnzimmer erneuert), Holztreppe mit hölzernem Antittspfosten, Stäben, Handlauf; gestufte Deckenvoute im NW-Zimmer des EG; ausgebautes Dachgeschoß (1 Wand entfernt).
Garten: zum Haustyp gehöriger Vorgarten mit Rest alter Einfassung (größtenteils Parkplatz) und rückwärtiger Garten (Bassin nachträglich eingebaut).
Nicht Teil des Denkmals ist die seitliche Garage mit Gartentür.
Das Haus Wodanstr. 69 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Doppelhaus Wodanstr. 77/79. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung sind die umgebenden Grünflächen - der Vorgarten und rückwärtige Garten - wesentliche Bestandteile, die zum Typus der Häuser gehören. Dank seines weitgehend erhaltenen ursprünglichen Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt. Daher ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0