Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 73 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7660
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 73, 51107 Köln
Baujahr1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.10.1995
Stadtteil Rath/Heumar

1928 erbaut, Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach (straßenseitig 1 originale Gaube mit originalem Fenster); Putzfassaden mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an Heimatstil und Expressionismus; straßenseitig 2 Achsen, Betonung der linken südlichen Achse durch Eckloggia mit Eckpfeiler im OG; Fenster und Tür zur Loggia original, originale Klappläden; Seitenfassade mit Hauseingang (verändert durch neueren Fliesenbelag auf Gewände und Treppenstufen), Haustür erneuert, querrechteckige und quadratische kleine Fensteröffnungen, Fenster erneuert. Rückseite: Altan mit Brüstungsmauer des Balkons; linke nördliche Fensteröffnung im EG vergrößert, Fenster und Türen erneuert; Terrasse mit neuerem Fliesenbelag, neuerem Brüstungsgeländer statt ursprünglicher -mauer und neuerer Treppe in den Garten. Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit Holzgeländer, Zimmertüren im OG und DG (im EG erneuert), Grundrißgestaltung. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit teilweise originaler straßenseitiger Einfriedung (Pfeiler mit neuerer Abdeckung und Mauersockel) sowie der rückwärtige, zum Haustyp gehörige Garten in veränderter Gestaltung. Nicht Bestandteil ist die neuere seitliche Garage mit Vordach, das den Hauseingang mit überdeckt, und rückwärtiger Überdachung eines Teils der Terrasse.

Das Haus Wodanstr. 73 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsfort" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die in der Kubatur von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Doppelhaus Wodanstr. 73/75, das mit den Eckpfeilern der Loggien expressionistische Details besitzt und im Typ dem gegenüberliegenden Haus Nr. 44/46 entspricht. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen - der Vorgarten und der rückwärtige Garten. Dank seines straßenseitig wie großenteils im Inneren nahezu unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o.g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0