Wohnhaus

Florastraße 49 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7408
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Florastraße 49, 50733 Köln
Baujahr1875
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.03.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut 1875 (inschr. dat.), L-förmiger Grundriß (in den 20er Jahren verändert), 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Ziergiebel (in den 20er Jahren ausgebaut), Mansardgiebeldach, schiefergedeckt; 3 Achsen. Erweiterung des Hauses durch Anbau an der linken Seite in den 20er Jahren. Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung, flachbogiger Hauseingang in der rechten Achse, hochrechteckige Fenster, Flachbögen in den Hauptgeschossen, scheitrechte Bögen im Dachgeschoß, Einfassung der Öffnungen schariert. Stockwerksgesims zwischen Erd- und Obergeschoß. Fenster erneuert. Rückseite: verputzt. Im Innern: originale Holztreppe, Holzdielenboden, Gewölbekeller.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffenen drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Florastraße - wie ihre westliche Verlängerung, die Mauenheimer Straße - aus einem alten Flurweg hervorgegangen, ist noch weitgehend geprägt durch Gebäude dieses Zeitraums und durch die genannten Architekturformen.

Das Haus Florastr. 49 hat in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts grundlegende Veränderungen erfahren. Das ursprüngliche - sogenannte - Dreifensterhaus mit zwei Geschossen wurde damals nach links, wo sich ein Durchgang zum Hintergrundstück befand, durch Anbau erweitert. Die Erweiterung, wie auch die Aufstockung um ein Dachgeschoß mit Ziergiebel haben die Proportionen und Achsenbezüge verändert. Die ursprüngliche Gestaltung des Hauses, das ein frühes Beispiel der Wohnbebauung in der Florastraße darstellt, ist nachvollziehbar. Damit sind sowohl die Grundrißdisposition als auch die Fassadengliederung angesprochen, aufgrund derer das Gebäude als typisches Beispiel des schlichten Nippeser Wohnbaus des späten 19. Jahrhunderts zu charakterisieren ist. Die Umbaumaßnahmen der 20er Jahre dokumentieren das gestiegene Bedürfnis nach großzügigerem, repräsentativen Ansprüchen genügenden Wohnraum. Es ist für das Gesamterscheinungsbild der Straße von Bedeutung und deshalb schützenswert. Als integraler Bestandteil der Straße ist es ein unverzichtbares Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0