Wohn- u. Geschäftshaus
Kempener Straße 24 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7314 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kempener Straße 24, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 bis 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1905/06, Eckhaus zur Auguststraße, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Mansarddach, 3:1 Achsen, Stuckfassade in Anlehnung an Formen des Klassizismus und des Jugendstils, Erdgeschoß Ladenlokal, Eingang zur Auguststraße, Hauseingang rechts, Betonung der Ecke durch Erker mit polygonalem Grundriß auf konsolartigem Unterbau, Dachabschluß des Erkers verändert, Fenster im 1. Obergeschoß mit geradem Abschluß, 2. Obergeschoß segmentbogige Abschlüsse, alle Fenster und die Eingänge erneuert. Rückseite in Backstein, Dachgesims in geschichteten Ziegellagen, segmentbogige Fensteröffnungen, alle Fenster erneuert, Originale Hoftür, originale Einfriedungsmauer in Backstein. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus zweifarbig gefaßter Terrazzofußboden, Terrazzotreppe mit Geländer, Antrittspfosten und Handlauf in Holz, konsolgetragene rundbogige Abtrennung zwischen Vestibül und Treppenhaus, im Erdgeschoßbereich fast komplette Erhaltung der Deckenstuckdekoration. In den Wohnungen z. T. Holzdielenböden, z. T. originale Türen und Türgewände, Stuckreste. Gewölbekeller.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die breite baumbestandene Kempener Straße, an der sich das o.g. Objekt befindet, wurde anstelle der Bahnlinie Köln-Neuss-Krefeld angelegt, die den Ortsteil Sechzig von Nippes trennte und 1897/98 aufgegeben wurde. Das Gebäude ist integraler Bestandteil der noch teilweise erhaltenen historischen Bebauung. Es veranschaulicht mit dem gegenüberliegenden Eckhaus Nr. 26 und weiteren Eckbebauungen im Kreuzungsbereich Kempener-/August-/Steinberger Straße das ursprüngliche Erscheinungsbild, wobei hier - wie oft bei der Eckbereichsbebauung - besonders ausgeprägte Lösungen hervorgebracht werden. Aufgrund der weitgehenden Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes der Schaufassaden (Dekorationsformen: Fugenschnitt, Stockwerkgesimse, Brüstungsfelder im Erkerbereich mit Jugendstilmotiven) mit Dekorationsformen und Teile originaler Substanz im Innern ist das Gebäude als Beispiel für die stadtteilspezifische, im frühen 20. Jahrhundert errichtete Architektur ein unverzichtbares Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0