Wohn- u. Geschäftshaus
Kempener Straße 26 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7340 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kempener Straße 26, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1905/1910, Eckhaus Kempener-/Auguststraße, winkelförmiger Grundriß, 4 Geschosse, Walmdach, 4:1:2 Achsen, Putzfassade in Formen des Jugendstil/art deco. An den straßenseitigen Fassaden jeweils ein von Konsolen getragener Erker auf rechteckigem Grundriß in den Obergeschossen, profilierte Stockwerkgesimse, Erd- und 1. Obergeschoß Fugenschnitt; 2. und 3. Obergeschoß: die Stockwerke zusammenfassende stilisierte ägyptisierende Zierformen des art deco. Hochrechtekkige Fenster mit geradem Abschluß, die Erker und die abgeschrägte Ecke zeigen breite Fenster. Eingangstür zur Kempener Straße in der linken Achse erneuert, z. T. originale Fenster. Zur Auguststraße wurde die Fassade im rechten Teil nach Kriegsschaden erneuert (Strukturputz), dort Einbau von zwei Garagen.
Im Innern original erhalten: Treppenhaus mit Terrazzoboden und -treppe, gußeisernes Geländer mit Handlauf. In den Wohnungen z. T. Holzdielenböden, Stuckreste.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die breite baumbestandene Kempener Straße, an der sich das o. g. Objekt befindet, wurde anstelle der Bahnlinie Köln-NeussKrefeld angelegt, die den Ortsteil Sechzig von Nippes trennte und wurde 1897/98 aufgegeben. Das Gebäude ist integraler Bestandteil der noch teilweise erhaltenen historischen Bebauung. Es veranschaulicht mit dem gegenüberliegenden Eckhaus Nr. 24 und weiteren Eckbebauungen im Kreuzungsbereich Kempener-/August-/Steinberger Straße das ursprüngliche Erscheinungsbild, wobei hier - wie oft bei der Eckbereichsbebauung - besonders ausgeprägte Lösungen hervorgebracht wurden.
Auch aufgrund der weitgehenden Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes der Schaufassaden zur Kempener und Auguststraße mit ihren an gehobene Architekturformen anknüpfende Dekorationen - hier mit Anklängen an Formen eines außereuropäischen Kulturkreises -, der im 19. Jahrhundert beliebten "Ägypten-Mode", ist das Gebäude als Beispiel für die bürgerliche, im frühen 20. Jahrhundert errichtete Architektur ein unverzichtbares Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0