Wohnhaus

Remagener Straße 3 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7345
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Remagener Straße 3, 50968 Köln
Baujahr1921 bis 1922
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.01.1995
Stadtteil Marienburg

Erbaut: 1921 - 1922, Architekt: Theodor Merrill, verändert 1929/1934, Architekt Paul Pott.

Giebelständiger Baukörper auf annähernd rechteckigem Grundriß im Osten mit rechtwinklig anschließendem, kleinem Anbau (hier Wohnhauseingang; 1929/1934 um ein Geschoß aufgestockt), im Westen an Remagener Str. 1 als Doppelhaushälfte angebaut; 2 Geschosse, Satteldach verändert; Putzfassade mit schlichten Stuckgliederungen; Südfassade: je Geschoß zwei Fenster mit rechteckigen Öffnungen, im EG dreiteilig, im OG mit originalen hölzernen Klappläden, Ostseite: EG: ein rundbogig abschließendes Fenster, vergittert, OG: rechteckiges Zwillingsfenster, vergittert, Fassade des Anbaus: EG: gekuppelte, rundbogig abschließende Fenster, vergittert, OG: zwei rechteckige Fenster.

Fenster mit Sohlbankgesimsen teilweise original, teilweise originale Fenstergitter. Haustür und darüber angebrachter Beleuchtungskörper original (Tür rundbogig abschließend, Holzrahmen mit Glaseinsatz und originalem (1929/1934) schmiedeeisernem Ziergitter u. a. mit Brunnen und Wappen der Familie Meynen: mit sechs Rosen besetzter Kranz). Treppe original (ursprünglich rechterhand mit Mauer).

Rückseite verputzt, nordwestlich Vorbau auf rechteckigem Grundriß mit Balkon (1929/1934), Fenster verändert (insbesondere im EG: nordwestlich dreiteiliges Bronzefenster von 1929/1934 mit Treppe und beidseitigen Handläufen aus Metall sowie Fenstergitter), Terrassenüberdachung nachträglich errichtet.

Im Innern original: Im Eingangsbereich: Bodenfliesen (sechskantig, rostrot), Waschtisch (Holz, Mamor) Wandverkleidung mit Marmor (hinter dem Waschtisch) und Holzverkleidung der übrigen Wände.

In der Küche: Bodenfliesen (Schachbrettmuster, schwarz/weiß).

In der Diele: Naturstein-Bodenplatten, Holztreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf (1929/34).

In den Wohnräumen: Parkett, Heizkörper und Heizkörper-Verkleidungen.

Im gartenseitigen Wohnraum: außerdem Fußleisten, Wandstuck (Stuckspiegel und Stuckfries), Natursteinboden-Platten zum Gartenfenster und rechterhand Vorrichtung zur Bedienung des Fenstergitters in Wandtäfelung integriert.

Türen mit Türgriffen im Erd- und Obergeschoß überwiegend original (teilweise zwei verschiedene Türblätter).

Im Badezimmer (OG): Bodenfliesen, Badewanne; Wandfliesen (Teilverfliesung).

Zum Denkmal gerhört der Vorgarten mit originaler Einfriedung (hoher Metallzaun) und der rückwärtige Garten mit Teilen der originalen Einfriedung (verputzte Mauer mit Abdeckplatten). Garten mit Geländeabfall, rechteckigem Teich in originaler Einfassung, rechtwinkliger Wegeführung parallel zur Grundstücksgrenze (in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung) und teilweise altem Baumbestand.

Der am Rhein gelegene Stadtteil Marienburg entwickelte sich nach der Eingemeindung zu Köln im Jahr 1888 zu einem in offener Bauweise einheitlich erschlossenen Villenvorort. Sein geschlossenes Erscheinungsbild prägen teilweise am englischen Landhausstil orientierte Groß- und Doppelvillen sowie kleinere Anwesen, die in Parkanlagen oder Gärten eingebettet sind.

Das Straßennetz zeigt eine unregelmäßige Rasterstruktur mit in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Haupterschließungsachsen. Die Remagener Straße ist eine kurze Verbindungsstraße zwischen Eugen-Langen- und der aufwendig gestalteten Von-Groote-Straße.

Die Remagener Straße wurde nach einem einheitlichen Entwurfskonzept mit eher kleineren, bis auf zwei Ausnahmen (Remagener Str. 2 und 8), paarweise angeordneten Anwesen mit Gärten vor und hinter den Häusern bebaut.

Das Wohnhaus Remagener Str. 3, das auf der nördlichen Straßenseite in einem Bauverbund steht (Remagener Str. 1/3 und 5/7) gehört zu den nach 1920 vor Theodor Merrill entworfenen Bauten innerhalb des Stadtteils, die im Zweiten Weltkrieg ganz oder teilweise zerstört wurden: Das Haus verlor sein Satteldach, das in Anlehnung an die ursprüngliche Form in jüngster Zeit wieder aufgebaut worden ist. Der übrige, verhältnismäßig schlichte Baukörper, den der Architekt Paul Pott 1929/1934 überformt hatte, blieb erhalten. Sein Inneres zeichnet sich durch die nahezu komplett erhaltene qualitätvolle Ausstattung aus den 20er/30er Jahren mit repräsentativem Charater aus. So dokumentiert das Einfamilienwohnhaus mit den zu dem Bautyp gehörenden Gärten, die Erstbebauung der Remagener Straße und ihr ursprüngliches Erscheinungsbild. Das stadtbildprägende Wohnhaus ist als integraler Bestandteil des über Köln hinaus bedeutsamen Marienburger Villenviertels unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0