Wohnhaus

Thielenbrucher Allee 29 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7425
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Thielenbrucher Allee 29, 51069 Köln
Baujahrum 1910 bis 1912
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 06.03.1995
Stadtteil Dellbrück

Um 1910-12 erbaut; freistehende Villa auf unregelmäßigem Grundriß; 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, giebelständig mit Satteldach; individuelle Fassadengestaltung mit Heimatstilelementen, Putzfassaden (Putz erneuert) mit Bruchsteinsockel, Fachwerk und Schieferverkleidungen an den Giebeln; straßenseitig 2 Achsen, Betonung der südlichen Achse durch Altan auf segmentbogigem Grundriß (Balkonbrüstung mit ehemals hölzernem Geländer in Kunststoff erneuert), verschieferter Giebel mit 2 dreiseitigen hölzernen Fenstererkern und dreiteiligem, in der Mitte rundbogigen im Spitzboden, hochrechteckige, im EG 1 querrechteckige Fensteröffnung, daneben 1 zusätzliche spätere Türöffnung zu späterem Terrassenvorbau (Nachkriegszeit); auf der Nordseite flach risialitartig vortretendes Treppenhaus, als Dacherker mit Satteldach und verschiefertem Giebel, Hauseingang in niedrigem Vorbau mit vorkragendem Walmdach, originale hölzerne Eckstütze und seitliches Holzgeländer, Haustür erneuert in originaler Zarge; auf der Südseite flach ab 1. OG vortretender Dacherker mit Satteldach, Fachwerk mit neuer Verschieferung, darunter im westlichen Teil dreiseitig vortretender Parterreerker (ursprünglich mit mittlerer Türöffnung und doppelläufiger Außentreppe); hochrechteckige Fensteröffnungen (auf der Nordseite ein rundbogiges OG-Fenster), Fenster erneuert, rautenförmiges Fenster im Giebel der Südseite original. Der neuere Anbau im südöstlichen Eckbereich ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich zweifarbiger Tonfliesenboden (schwarz-weiß); im Treppenhaus Holztreppe (Stufen neu belegt) mit hölzernem Geländer mit teilweise schlichten geraden, teilweise gedrechselten Stäben, halbhohe hölzerne Wandleisten; größtenteils Türen, Holzdielenböden, Deckenstuck und -kehlungen, Heizungsverkleidungen in straßenseitigen EG-Räumen; Grundrisse teilweise verändert, neuerer Aufzug. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit straßenseitig teilweise originaler Einfriedung (Bruchsteinmauer mit Pfeiler, späterer Metallzaun) sowie der zum Haustyp gehörige rückwärtige Garten in veränderter Gestaltung.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Das o. g. Grundstück mit dem Wohnhaus Thielenbrucher Allee 29 liegt inmitten des Thielenbrucher Kernbereichs an der als Alleestraße im rechten Winkel zur Bergisch-Gladbacher Straße angelegten Thielenbrucher Allee und charakterisiert als eines der ersten in diesem Wohnviertel entstandenen Häuser dessen Erstbebauung. Das Gebäude weist in der individuellen Fassadengestaltung mit Heimatstilelementen und wechselnden Materialien zeittypische Merkmale auf. Es dokumentiert trotz der zwischenzeitlichen Veränderungen, die auf spätere Umnutzungen zurückzuführen sind (Cafe-Betrieb im EG in den 1930er bis 1950er Jahren und später Altenheim) das ursprüngliche Erscheinungsbild des Viertels. Wesentliche Bestandteile sind die für den Villentypus charakteristischen umgebenden Grünflächen, der Vorgarten mit straßenseitig teilweise erhaltener Einfriedung und der rückwärtige Garten. In städtebaulicher sowie orts- und bauhistorischer Hinsicht ist das o.g. Haus Thielenbrucher Allee 29 deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0