Wohnhaus

Thielenbrucher Allee 31 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7540
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Thielenbrucher Allee 31, 51069 Köln
Baujahrum 1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.07.1995
Stadtteil Dellbrück

Um 1929 erbaut; freistehende Villa auf rechteckigem Grundriß, 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach (originale Gauben); Putzfassaden mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an die "Neue Sachlichkeit"; straßenseitiger Hauseingang mit abgeschrägtem Putzgewände, halbkreisförmige Treppenstufen, halbkreisförmiges flaches Vordach, Haustür original, Außentreppe mit gerundet vortretendem Podest aus Bruchstein mit originalem Metallgeländer; Fensteröffnungen hoch- und querrechteckig, straßenseitig als Eckfenster mit Eckpfeiler und auf der Südseite als dreiteiliges Erkerfenster mit flacher Verdachung gebildet, Fenster original, im EG mit originalen Rolläden, im OG großenteils mit originalen Klappläden, im Kellergeschoß halbkreisförmige Fensteröffnungen mit originalen Metallgittern; auf der Rückseite leicht vortretender Altan mit loggienartig unter dem Dach auf Eckpfeiler zurückgesetztem Balkon mit Brüstungsmauer, gerundet vortretende Terrasse mit originalem Metallgeländer und halbkreisförmiger Treppe in den Garten, originale Kellertür, originale Dachrinnenfallrohre.

Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich Bodenbelag aus Natursteinplatten und türhohe Wandverkleidung aus Marmor, im Treppenhaus Bodenbelag aus Natursteinplatten und türhohe Wandvertäfelung aus Holz, hölzerne Treppenanlage mit Parkett auf dem Absatz und individuellem Stabgeländer, Treppe ins Dachgeschoß, Parkettböden in den Wohnräumen, Holzfußleisten , in der Küche schwarz-weißer Tonfliesenboden, Keramikwandfliesen (weiß mit schwarzer Ornamentkante) und Speisekammer, Deckenstuck mit Kehlungen und Profilleisten in den meisten Räumen (teilweise neu im Nebenraum nördlich des Eingangs und in rückwärtigem OG-Raum), alle Türen im EG und OG (Grundriß im OG rückwärtig leicht verändert), Wandschrank im OG, Heizungsverkleidungen im EG.

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit straßenseitig originaler Einfriedung (Bruchsteinmauer mit Pfeilern und Metallzaun und -toren) sowie der rückwärtige zum Haustyp gehörige und in der Gestaltung leicht veränderte Garten. Bestandteil ist auch das rückwärtig an der Nordgrenze des Grundstücks gelegene ehemalige Garagen- und Gärtnerhaus, Ende der 1930er Jahre erbaut, 1 Geschoß mit Satteldach, Putzfassaden, Dacherker, neue Fenster und Tür, (rückseitiger neuer Erweiterungsanbau aus Glas ist nicht Bestandteil).

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Das o. g. Grundstück mit dem Wohnhaus Thielenbrucher Allee 31 liegt inmitten des Thielenbrucher Kernbereichs. Es charakterisiert die jüngere Phase der Erstbebauung des Wohnviertels zwischen den beiden Weltkriegen. Das um 1929 errichtete Gebäude zeichnet sich in der Gestaltungsweise durch zeittypische sachlliche Formgebung aus. Unter den von geometrischen Grundformen bestimmten Details kehrt das Motiv des Rundstabprofils, oft aus zwei parallel verlaufenden Stäben, sowohl am Außenbau (Fenster, Dachgesims) als auch in der Innenraumgestaltung (Deckenstuck, Wandvertäfelung, Treppengeländer) stets wieder. Der gesamte Baukörper wie auch die Details (z. B. die Pfeiler an Fenstern und Balkon) sind zugleich von Formvorstellungen eines Klassizismus geprägt, die auf ältere traditionelle Architekturauffassungen des 20. Jahrhunderts (Werkbund, Peter Behrens) zurückweisen. Bauherr des o. g. Hauses war Wilhelm Mansheim, der das Gebäude auch selbst bewohnte. In seiner Eigenschaft als Bauunternehmer ist Mansheim zudem für einen Großteil der Bebauung des Thielenbrucher Villenviertels nachzuweisen und für diese von prägender Bedeutung gewesen. Einige Häuser, die übereinstimmende Details wie die Eckpfeiler der Fenster mit abgesetzten Deckplatten aufweisen, lassen Rückschlüsse auf die Planung durch denselben Architekten zu.

Das o. g. Objekt Thielenbrucher Allee 31 dokumentiert dank seiner insgesamt nahezu unverändert erhaltenen originalen Substanz als qualitätvolles architektonisches Beispiel das ursprüngliche Erscheinungsbild zur Entstehungszeit des Villenviertels Thielenbruch. Wesentliche Bestandteile sind die zum Villentypus gehörigen umgebenden Grünflächen, der straßenseitig original eingefriedete Vorgarten und der rückwärtige Garten mit ehemaligem Gärtnerhaus. In städtebaulicher sowie orts- und bauhistorischer Hinsicht ist das o. g. Objekt deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0