Wohnhaus
Thielenbrucher Allee 40 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8269 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Thielenbrucher Allee 40, 51069 Köln |
| Baujahr | 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.01.1998 |
| Stadtteil | Dellbrück |
1911 erbaut, Architekt Wiedwald (?); südliche Hälfte einer Doppelvilla (Nordhälfte später bebaut), 1 Geschoß und 2 ausgebaute Dachgeschosse, giebelständig, Seitenrisalit und Dacherker an der Seitenfront; individuelle Fassadengestaltung mit Heimatstilelementen; Fenster und Türen original.
Straßenfassade: Putzfassade, im Giebel Fachwerk und Schieferverkleidung, straßenseitig 2 Achsen, Betonung der linken Achse durch Risalit mit balkonbekröntem Standerker (Balkongeländer entfernt), zwischen den Erkerfenstern lisenenartige Stuckgliederungen, und Fachwerkgiebel unter gemeinsamem Mansarddach, rechts breites EG-Fenster und 2 hochrechteckige Fenster mit Schlagläden, darüber Fachwerk mit Fenstern und verschieferte Giebelspitze mit hochovalem Fenster.
Seitenfront: Putzfassade, 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Haustür mit Außentreppe (Metallgeländer original, Vordach erneuert) und Dacherker mit versetzt angeordenten Treppenhausfenstern, verschieferter Giebelspitze und Mansarddach.
Bestandteil des Denkmals sind auch die umgebenden Grünflächen (Vorgarten und rückseitiger Garten mit altem Baumbestand) und die straßenseitige originale Einfriedung (steinerner Sockel/ Pfeiler und Metallgitter).
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Mülheim und Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht.
Das o. g. Wohnhaus liegt im Kernbereich Thielenbruchs an der als Alleestraße im rechten Winkel zur Bergisch-Gladbacher Straße angelegten Thielenbrucher Allee (ehemals Lindenallee). Als eines der frühesten in diesem Wohnviertel errichteten Bauten ist ein wichtiges Zeugnis für die Gründungsphase des Viertels. Das Gebäude weist in der individuellen Fassadengestaltung mit Heimatstilelementen (Fachwerk, Verschieferung, Fensterläden und Mansarddach) zeittypische Merkmale auf, die hier eine repräsentative Wirkung erzielen.
Das o. g. Objekt war als südliche Hälfte eines Doppelhauses geplant; eine Bauform die sich mehrfach in Thielenbruch findet (vgl. Nr. 2b-4 und 10-12). Der Typus des Doppelhauses ist besonders häufig bei den ersten Bauten Thielenbruchs an der Bergisch Gladbacher Straße vetreten (vgl. Nr. 1123-51, 1163-65, 1173-75, 1183-85, 1190-92 und 1214).
Die repräsentative Gestaltung des Hauses und die umgebende Grünfläche charakterisieren das Haus als Villa; Grünfläche und Einfriedung sind daher integrativer Bestandteil des Denkmals.
In städtebaulicher sowie orts- und bauhistorischer Hinsicht ist das Haus Thielenbrucher Allee 40 deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0