Wohnhaus

Waldhausstraße 17 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7486
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 17, 51069 Köln
Baujahr1949 bis 1950
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.05.1995
Stadtteil Dellbrück

Erbaut 1949/50; Architekt: Karl Klag; eingeschossig; ausgebautes Satteldach; 3 Achsen; Putzfassade über Bruchsteinsokkel; Zugang über Freitreppe; Eingangsbereich in der Dachzone durch Dacherker mit 3 Fenstern betont; Baukörpererweiterung zur Waldhausstraße; Seitenfront vierachsig mit Betonung der linken Achse durch den vorspringenden Bauteil; Kellerabgang mit Eisengeländer original; Treppenbelag erneuert; rückwärtig 2 Achsen; Terrassenzugang über schmale, von Wangenmauern flankierte Treppe; der gesamten Rückfront ist in Sockelhöhe ein 1,5 bis 2 m breiter, durch eine Bruchsteinmauer eingefaßter Bepflanzungsbereich vorgelagert; rechter Hand schließt die Garage direkt an das Haus in einer Flucht an, vom Garten durch eine Tür zugänglich; nördliche Hausfront zweiachsig; sämtliche Fenster und Türen mit Ausnahme des Terrassenfensters original; Innen original: komplette Innenausstattung und Grundrisse aus der Erbauungszeit (Ausnahme: Speicherbereich wurde zu Wohnzwecken umgenutzt); zum Denkmal gehören die das Haus umgebende Gartenanlage mit aus Bruchstein gefertigter Umfassungsmauer und Metallgeländer sowie die Garage mit Flachdach.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht.

Daß sich daran auch in der frühen Nachkriegszeit nichts geändert hat, bezeugt das o. g. Objekt, das 1949/50 von dem Architekten Karl Klag (Bauherr war der Baumeister Franz Rinke) errichtet wurde. Der Architekt reagiert auf die markante Lage an der Waldhausstraße, die in diesem Bereich einen Knick macht, indem er die rechte Ecksituation des Hauses zu einem durchfensterten Vorbau erweitert und somit auf den veränderten Verlauf der Waldhausstraße Bezug nimmt. Aus dieser AKzentverschiebung gewinnt der schlichte Putzbau entscheidend an räumlicher Qualität. Dies gilt ebenso für die zweite Erweiterung des Bauvolumens an der Rückfront. Hier wird das Dach von der an der Waldhausstraße erkennbaren Traufhöhe bis über die Tiefe des anschließenden Wintergartens herabgezogen, wodurch ebenfalls eine Vergrößerung des angrenzenden Wohnraumes erreicht wird. Die zeitbedingt schlichte Gestaltung des Hauses mit Satteldach und rechtekkigem Grundriß wird so mit einfachen aber wirksamen Mitteln optisch und räumlich optimiert. Der Gesamteindruck des Hauses wird darüber hinaus wesentlich durch die Einbindung des Hauses in die umgebende Gartenanlage bestimmt, wobei dem Bruchstein als beide Elemente verbindender Baustoff besondere Bedeutung zukommt. So ist der rückwärtige Bepflanzungsbereich nicht eindeutig zuzuordnen, da hier die Sockelmauer zu einer Einfriedung erweitert wird. Die für die frühe Nachkriegszeit typische zurückhaltende Gestaltung und der enge Bezug zwischen Haus und Gartenanlage sowie die straßenräumlich bedingte Gesamtlösung der Anlage weisen das o. g. Objekt als wichtiges Beispiel der Entwicklung des Villenviertels Thielenbruch aus.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0