Wohnhaus

Waldhausstraße 19 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7520
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 19, 51069 Köln
Baujahrum 1914 bis 1918
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1995
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1914/18; freistehende Villa auf nahezu quadratischem Grundriß; eingeschossig mit ausgebautem Mansarddachgeschoß; straßenseitig 3 Achsen mit zentraler, eingezogener Eingangssituation, die im Dachgeschoß durch ein mit monumentalen Voluten gerahmtes Dachhäuschen akzentuiert wird; Seitenachsen durch Gauben markiert; linke Seitenfront dreiachsig mit zweitem, über Treppe zugänglichem Eingang; zwei Dachgauben; rückwärtig 3 Achsen unter Betonung der Mittelachse durch eine tiefe, halbrund abgeschlossene Veranda, die auf 4 mächtigen toskanischen Säulen ruht und vom Garten über eine Freitreppe zugänglich ist; im Dachgeschoß Austritt auf das Verandadach; dreiachsige Dachgliederung; rechte dreiachsige Seitenfassade durch mittig angeordneten dreiseitigen Erker mit Dachaustritt akzentuiert; Eingangstüren rhombenförmige Fenstervergitterungen und seitliches metallenes Treppengeländer original; Fenster zum Teil erneuert; Innen original: tonnrengewölbter, kassettierter und durch Pilaster gegliederter Eingangsbereich; Grundriß aus der Erbauungszeit; zentrale Halle mit galerieartiger Öffnung zum Dachgeschoß (beleuchtet über verglaste Dachhaut/Mattglas im Dekkenbereich des Dachgeschosses); Fußböden, Türen, Laibungen, Beschläge, hölzerne Treppenanlage; Schrankeinbauten in der Halle; Bestandteil des Denkmals sind auch die Gartenanlage, die straßenseitige Einfriedung, die seitlich zurückliegende Garage mit flachem Mansarddach (Fenster und Tor erneuert) und die rückwärtige Einfriedung in Verlängerung der Hausmittelachse gebildet aus Postamenten mit großen Kugeln (zum Teil beschädigt oder ganz fehlend).

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und AltDellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher-Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linsrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht.

Das o. g. Objekt ist ein ausgesprochen repräsentativ angelegter Bau aus der frühen Bebauungsperiode Thielenbruchs. Das durch barockisierende Elemente wie dem volutengefaßten Dachhäuschen, dem mächtigen Mansarddach und der zurückschwingenden Fassade im EG charakterisierte Haus wird maßgeblich durch sein auf Repräsentation ausgelegtes Raumprogramm bestimmt.

Von der eingezogenen Fassade wird durch ein aufwendig gestaltetes Vestibül in die zentrale Halle, die im OG als Galerie geöffnet ist, übergeleitet von wo aus alle Räume erschlossen werden. Die enfiladeartig angeordneten rückwärtigen Gartenräume werden durch die große Veranda als Repräsentationsräume besonders ausgezeichnet. Auf den gehobeneren Lebensstandard der Bewohner weist auch der seitlich angelegte Dienstboten- und Lieferanteneingang hin, dessen Funktion die Trennung von Versorgungs- und Wohnnbereich ist. Das Repräsentationsbedürfnis der Bewohner drückt sich am Außenbau am augenfälligsten durch das volutengefaßte Dachhäuschen aus, wohingegen der Baukörper aufgrund des fast quadratischen Grundrisses und dem wuchtigen Mansarddach in sich sehr geschlossen wirkt, wodurch dann die großzügige räumliche Öffnung im Hallenbereich bewußt inszeniert wirkt, Innen- und Außenbau kontrastierend aufeinander bezogen werden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0