Wohnhaus
Waldhausstraße 21 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8275 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Waldhausstraße 21, 51069 Köln |
| Baujahr | 1932 bis 1933 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.02.1998 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut 1932/33; zweigeschossiges Einfamilienhaus mit vorkragendem Walmdach; backsteinsichtige Fassaden mit hohem Bruchsteinsockel, Terrassenanbau und Standerker; Fenster, Türen und Innenausstattung weitgehend original (Rolläden erneuert).
Straßenfassade: 2 Achsen; im Bruchsteinsockel abgesenktes Garagentor und 2 kleine Kellerfenster, im EG querrechtekkige, vierteilige Fenster, im OG zweiteilige Fenster mit Schlagläden, verschiefertes Dachhäuschen.
Westseite: 2 Achsen, links Standerker mit bekrönendem Balkon, rechts Terrasse; vergittertes und kleineres Kellerfenster, im EG Fenster und Terassentür, Balkontür und Fenster im OG mit Schlagläden.
Rückseite: links 2 vergitterte EG-Fenster, mittig originale Gartentreppe mit gestufter Brüstungsmauer und bekrönendem Geländer sowie Gartentür, schräg oberhalb großes vergittertes Fenster, verschiefertes Dachhäuschen, rechts geschlossene Wandfläche.
Ostseite: 2 Achsen, rechts Eingangstreppe mit gestufter Brüstung, trichterartiger Eingang mit originaler Haustür, seitliches EG-Fenster, 2 OG-Fenster mit Schlagläden.
Innen: Keller mit Steintreppe, Boden und Decke aus Beton; Eingangsbereich im EG mit Plattenboden und Marmorverkleidung um Heizkörper, die beiden Süd-Zimmer mit Riemenboden (Schiebetür entfernt), in der Küche weiße Wandfliesen; Holztreppe mit kanneliertem Antrittspfosten und Holzgeländer, Holzstäbe; im Badezimmer im OG schwarze und weiße Bodenfliesen und gelbe Wandfliesen, originales BD (Badewanne und Klosett erneuert, eine Badezimmertür mit Holz zugesetzt); DG mit aufgedoppeltem Holzboden.
Garten: straßenseitige Einfriedung mit Steinsockel und -pfeiler sowie Gitter original (teilweise neu verputzt), Wege und Freisitz mit Bruchsteinplatten ausgelegt (im Torbereich erneuert), im rückseitigen Garten Rasenfläche und begrenzendem Buschwerk.
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger.
Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 und die gute Verkehrsanbindung (Straßen- und Eisenbahn) entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen veranschaulicht.
Das o. g. Objekt wurde für den Betriebsleiter Ing. A. Bürkle errichtet. Das Haus ist dem Baustil der traditionellen Moderne verpflichtet. Typische Stilmittel sind die den Außeneindruck bestimmenden Backsteine und der Bruchsteinsockel, die Schlagläden der OG-Fenster und das vorkragende, abgeschleppte Walmdach ebenso wie die kubische Gestalt des Baukörpers und die gestaffelten, kubischen Anbauten (Terrasse und Standerker). Durch die Mischung moderner und traditioneller Formen entstand eine für Thielenbruch typische, variable Synthese, wie sie auch bei den Nachbarbauten zu beobachten ist (vgl. Waldhausstr. 22, 29-33, 34-36 und 42-44).
Die Errichtung des o. g. Objektes als Einzelhaus betont den Villencharakter des Hauses, das in Grünflächen eingebettet ist. Vorgarten und rückwärtiger Garten sind deshalb integrativer Bestandteil des Anwesens.
Hervorzuheben ist außerdem der weitestgehend originale Bestand an Türen, Fenstern und Innenausstattung, wie er in Thielenbruch mittlerweile selten geworden ist. Bis zu Details wie dem Stiefelknecht neben der Gartentreppe hat sich hier ein Wohnhaus der frühen 30er Jahre erhalten, das eine wichtige sozialhistorische Quelle für die Lebensverhältnisse des damaligen gehobenen Bürgertums darstellt.
Aus den genannten Gründen ist das o. g. Objekt ein wesentlicher Bestandteil des Villenviertels Thielenbruch und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0