Wohnhaus

Waldhausstraße 7 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7517
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 7, 51069 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1995
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1925; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse; verändertes, ausgebautes Walmdachgeschoß; 3 Achsen; Putzfassade.

Eingang in der linken Achse, über verandaartigen Vorbau zugänglich, der auf 4 Säulen ruhend im OG einen Balkon ausbildet; Zugangstreppe mittig angelegt; Geländer im EG und OG original; Dachgaube und Fenster erneuert; die 2 Fensterachsen der Seitenfront sind im EG als markante Fenstererker ausgebildet; rückwärtig an die Seitenfront schließt ein halbrunder eingeschossiger Vorbau an, der mit 3 Fenstern versehen ist; dem rechten Bereich der Rückfront ist eine Terrasse vorgelagert (nachträglich wesentlich erweitert); Fenster und Dachgaube erneuert; seitlicher Kellerabgang mit originalem Geländer; im Inneren original: hölzerne Treppenanlage; Grundrißaufteilung der Erbauungszeit; Bodenbelag im Treppenhaus.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht.

Das o. g. Objekt wird durch eine Synthese von traditionellen und progressiven Stilmitteln in seiner repräsentativen Grundhaltung charakterisiert. Die breite Lagerung des Baus, unterstrichen durch das flache, abgeschleppte Walmdach, die ursprünglich vorhandenen Schlagläden (Aufhängungen noch vorhanden) sowie das profilierte Gesims, die Werksteinrahmungen und der Gebrauch stilisierter Säulen sind dem tradierten Typus des Landhauses entnommen. Die insgesamt jedoch recht schlichte Fassadengestaltung durch einen glatten Verputz, die dem Expressionismus entstammenden seitlichen Fenstererker und der rückwärtige halbrunde Anbau, der den für das „Neue Bauen" typische Kontrast zwischen dynamischer Rundung und statischem Kubus variiert, kennzeichnen die progressiven Stilmittel. Aus beiden Architekturströmungen entwickelt der Architekt im o. g. Objekt eine an den Standort Thielenbruch gebundene, für die gesamte Bebauung typische, variable Synthese.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0