Wohnhaus

Waldhausstraße 5 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8190
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 5, 51069 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1925; nördliche Hälfte eines zweigeschossigen Doppelhauses mit Putzfassade und ausgebautem Dachgeschoß, vorkragendes, abgeschlepptes Walmdach mit gekehltem Dachgesims; Fenster und Türen im EG alle, im OG zum Teil original.

Straßenfassade: 3 Achsen; vor linker und mittlerer Achse unterkellerte Loggia mit 4 Säulen und bekrönendem Balkon, Brüstungen und rote Bodenfliesen des Balkons original (LoggiaBoden und Stufen der Außentreppe mit Waschbeton erneuert), rechts verandaartige Erweiterung; EG mit 2 großen hölzernen Sprossenfenster in linker Achse, rechts Eingang (Holztür und Oberlicht mit Lampenfeld), profilierte Steingewände um Fenster und Tür, 2 kleinere Fenster (vergittert) in Mittelachse; gestuftes Stockgesims über dem EG, um Balkon verkröpft, rechte Balkontür original (linke und OG-Fenster erneuert), Schlagläden an Türen und Fenster, 2 kleine Dachhäuschen (Fenster erneuert).

Seitenfront: 2 Achsen, Sockel mit 2 Kellerfenstern und mittigem Kellerabgang, im EG 2 spitzwinklige Fenstererker mit gestufter Konsole, gefastem Mittelpfosten und vorspringender Verdachung (Schiebefenster original), darüber 2 Fenster mit profilierten Sohlbänken und Fensterläden, seitlich Regenwasser-Fallrohre (erneuert), Dachhäuschen nachträglich.

Rückseite: 3 Achsen, in rechter Achse halbrunder Parterreerker mit 2 Fenstern und Verandatür, oberhalb Balkon mit gemauerter Brüstung; links Veranda (Überdachung nachträglich) mit 2 Kellerfenstern im Sockelbereich; links EG-Fenster und mittig Verandatür (umgeschlagen), davor Gartentreppe mit gestufter Brüstung, gerundeter Treppenlauf am Parterreerker, OG-Fenster links erneuert (Läden original), mittleres Sprossenfenster original, rechts Fensterfront mit Balkontür nachträglich vergrößert, verschiefertes Dachhäuschen mit originalen Fenstern.

Innen original: Keller mit Steintreppe und Betondecke; EG mit 6 originalen Türen und profilierten Türblenden (außerdem 2 Türöffnungen mit Wandschränken zugesetzt, 1 Tür durch Schiebetür ersetzt), Treppenhaus und Flur mit Steinboden, die beiden großen Wohnräume im Norden mit Riemenböden, steinernen Fensterbänken und originalen Heizkörpern mit Lattenverblendung, NO-Raum mit 2 Fenstern und mittiger Tür mit Holzrolläden zum halbrunden Wintergarten, Durchgang zum Garten neu gefliest (heutige Küche), ehemalige Küche mit Wandfliesen (übertapeziert); zweiläufige Holz-Treppe mit Stab-Geländer, Handlauf in Schnecke über dem Antrittspfosten auslaufend, 1. OG: Steinholzböden (mit Spanplatten aufgedoppelt), 3 Türen (Durchbruch zwischen den beiden großen Wohnräumen, Küchen- und Toilettenabtrennung nachträglich); DG mit Dielenboden und 3 originalen Zimmertüren (Zimmer-Zusammenlegung, Kücheneinbau und Wohnungsabtrennung nachträgliche).

Garten: Gartenmauer im Eingangsbereich halbrund eingebuchtet, originales Gitter (seitliche Einfahrt mit erneuertem Pfeiler, Weg mit Waschbeton erneuert), im rückwärtigen Garten teilweise alter Baumbestand.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist die Garage und das Gewächshaus.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger.

Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 und die gute Verkehrsanbindung (Straßen- und Eisenbahn) entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen veranschaulicht.

Das o. g. Objekt wird durch eine Synthese von traditionellen und progressiven Stilmitteln in seiner repräsentativen Grundhaltung charakterisiert. Die breite Lagerung des Baus, unterstrichen durch das flache, abgeschleppte Walmdach, die Schlagläden und das profilierte Gesims, die Werksteinrahmungen und der Gebrauch stilisierter Säulen sind dem tradierten Typus des Landhauses entlehnt. Die insgesamt jedoch recht schlichte Fassadengestaltung mit glattem Verputz, die dem Expressionismus entstammenden seitlichen Fenstererker und der rückwärtige halbrunde Anbau, der den für das „Neue Bauen" typische Kontrast zwischen dynamischer Rundung und statischem Kubus variiert, kennzeichnen die progressiven Stilmittel. Aus beiden Architekturströmungen entwickelt der Architekt im o. g. Objekt eine an den Standort Thielenbruch gebundene, für die gesamte Bebauung typische, variable Synthese. Das Haus ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Villenviertels Thielenbruch.

Der Villencharakter des Doppelhauses wird neben der repräsentativen Außengestaltung auch durch die Einbettung in Grünflächen begründet. Vorgarten und rückwärtiger Garten sind deshalb integrativer Bestandteil des Anwesens.

Aus den genannten Gründen ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0