Wohnhaus
Im Eichenforst 12 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7536 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Im Eichenforst 12, 51069 Köln |
| Baujahr | 1929 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.07.1995 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut 1929; Doppelhaushälfte (zweite Haushälfte wurde nie errichtet); ausgebautes Walmdachgeschoß; Straßenfront: dreiachsig; mittig gelegene Dachgaube (original, jedoch erneuert); Putzfassade; Schlagläden im OG (original); Fenster erneuert; Seitenfront: mittig angelegter eingeschossiger Vorbau mit Dachaustritt; zentral gelegener Eingang über Freitreppe zugänglich und von je 2 schmalen, hochrechteckigen, vergitterten Fenstern flankiert; Dachterrassenaustritt (vom Treppenabsatz zugänglich) und die beiden Fenster im linken und rechten Eckbereich erneuert; Schlagläden original Dachgauben original, jedoch erneuert; Rückfront: zweiachsige, linker Hand durch breiten Vorbau akzentuiert (im 1. OG als balkonartiger Austritt genutzt); rechter Hand Terrasse (original), die in den 50er Jahren erweitert wurde (fluchtet daher heute über die gesamte Rückfront); Zugang links über vierflüglige Fenstertür, rechts über eine Fenstertür mit seitlichen Fenstern; Fenster und Türen erneuert; Schlagläden im OG original; Innen original: gesamte Raumaufteilung aus der Erbauungszeit (Ausnahme: Garderobe im Eingangsbereich rechts zur Speisekammer; Bodenbeläge (Natursteinplatten im Eingangsbereich, Bodenfliesen in der Küche; Parkett in den Wohnräumen); hölzerne Treppenanlage (Handlauf bis auf den Boden herabgeführt, dort auf eine Kugel endend); Türen weitgehend (ungenutzt) original; Türrahmen; Beschläge; Dekkenkehle im straßenseitigen Wohnraum (Eßzimmer); Bestandteil des Denkmals ist auch die das Haus umgebende Gartenanlage sowie die Einfriedung entlang den Straßen "Im Eichenforst" und "Waldhausstraße"; nicht Bestandteil des Denkmals ist das schmiedeeiserne, 1955 gefertigte Tor
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt-Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhälntisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Das o. g. Objekt, das ursprünglich als Doppelhaushälfte geplant war - die zweite Haushälfte wurde nie errichtet - ist durch eine sehr zurückhaltende Fassadengestaltung charakterisiert, deren wesentliches Merkmal die durch ihre Funktion bestimmten Schlagläden sind. Einzig der seitlich dem Baukörper vorgelagerte Eingangsbereich mit einer breiten Freitreppe erhebt einen gewissen repräsentativen Anspruch, wodurch der seitlichen Fassade im Zusammenspiel von Zufahrtssituation und Gartenanlage die Bedeutung der eigentlichen Hauptfassade zukommt. Auf dieser insgesamt sehr sachlichen Bauausführung beruht die zurückhaltende Eleganz des Baukörpers. Die Grundrißgestaltung folgt klaren Funktionsbestimmungen. So ist das EG deutlich als Wohnbereich, das OG als Schlafbereich ausgewiesen. Der Eingangs- und Treppenbereich ist durch den Bodenbelag und die elegante Treppenanlage in seiner repräsentativen Funktion gekennzeichnet. Zusammenfassend ist zu bemerken, daß das o. g. Objekt einen aktuellen Diskussionsstand der damaligen Architekturdebatte dokumentiert, denn der Architekt strebt eine Synthese zwischen einer progressiven, an der "Neuen Sachlichkeit" orientierten Architekturauffassung und der regional bestimmten Architekturtradition an. Ohne dem Pathos der "Neuen Sachlichkeit" zu verfallen wird die Fassade betont schlicht gestaltet unter Beibehaltung traditioneller Gestaltungsmittel wie den Schlagläden und dem abgeschleppten Walmdach. Inwieweit die aus Berlin nach Köln übergesiedelten Bauherren, die Eheleute Koziol (s. Initialen am schmiedeeisernen Zufahrtstor), Einfluß auf die Baugestalt nahmen, ist ungeklärt. Sicher jedoch ist, das Frau Koziol den Straßennahmen "Am Eichenforst" bestimmen durfte, den sie in Erinnerung an ihren Berliner Wohnort im "Eichkamp" wählte. Diese architektur- und stadtteilgeschichtlichen Bezüge sowie die großzügige Gartenanlage, die, wie bereits erwähnt, die Wirkung des Hauses entscheidend mitbestimmt, zeichnen das o. g. Objekt als integralen, in dieser Gesamtanlage unbedingt zu erhaltenden Bestandteil Thielenbruchs aus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0