Verwaltungsgebäude
Liebigstraße 145 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1486 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Verwaltungsgebäude |
| Adresse | Liebigstraße 145, 50823 Köln |
| Baujahr | 1921 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.04.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Der 1921-22 von Franz Seuffert errichtete Bau (Herkules-Haus) ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Er liegt am nordwestlichen Rand von Neuehrenfeld, einem nahezu reinen Wohngebiet des Vororts, abseits der großen Produktionsbetriebe, und zwar unmittelbar gegenüber dem 1895 eröffneten Schlacht- und Viehhof. Das Gebäude repräsentiert einen in Ehrenfeld einzigartigen Monumentalbau der spätesten Erstbebauungsphase in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Er befand sich im Eigentum der Herkules-Haus-AG und bot Raum für verschiedene Verwaltungen kommerzieller Betriebe (z.B. Versicherung, Viehverwertungsverband) sowie verschiedene Verkaufsorganisationen (z.B. Viehverkaufsstelle, Großschlachterei), die im Zusammenhang mit dem Schlachthof standen. An der Fassade befindet sich ein Medaillon mit einem Lamm Gottes und den Initialen HAFLAG (wohl in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Schlachthof stehende Hammelfleisch-Aktiengesellschaft). Das vorliegende Objekt dokumentiert so anschaulich die auch in den zwanziger Jahren anhaltende Erschließung Ehrenfelds.
Das zweigeschossige Gebäude mit je einem Halbgeschoß im Erd- und Obergeschoß ist an Vorder- und Rückfront von zwei mächtigen, sich über die drei mittleren Achsen erstreckenden Giebelgeschossen geprägt. Die einzelnen Geschosse sind durch kräftige Gesimse von einander abgesetzt. Die Vorderfassade weist im Erdgeschoß eine feine, aber wuchtige Werksteinquaderung auf. Dem die drei Mittelachsen einbeziehenden Risalit im Obergeschoß entspricht im Erdgeschoß eine Pilastergliederung, die in den äußeren Achsen zurückgestuft aufgenommen ist. Obergeschoß und alle Giebelgeschosse sind in der Grundfläche in Putz gehalten. Die Rechteckfenster unterschiedlicher Größe sind mit Werkstein eingefaßt. Ebenso sind die von flachen Dreieckgiebeln bekrönten Gauben in Werkstein gehalten. Bei der Rückfront wurde auf die kostspielige Gestaltung der Erdgeschosse verzichtet. Dort findet sich in allen Geschossen glatter Putz, ebenso sind die Fenstereinfassungen als glatte Putzrahmen gestaltet. Als besonderes gestalterisches Mittel sind bei dem Gebäude Anlage und Größe der Fenster eingesetzt, die Gliederung sowie Höhen- und Breitenstaffelung entscheidend bestimmen.
Von der ursprünglichen Ausstattung haben sich beispielsweise noch die originalen Hauseingangstüren, der originelle Wandstuck am Treppenaufgang, die Treppenanlagen mit Holzgeländer sowie grün marmorierte Wandfliesen erhalten.
Das Gebäude ist für das städtebauliche Bild des Vororts von besonderem Wert. Es dokumentiert zusammen mit der im weiteren Verlauf der Liebigstraße 1927 bis 1930 angelegten Wohnhausgruppe Nr. 29 - 51 die architektonische Erschließung Neuehrenfelds noch im Lauf der zwanziger Jahre.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0