Wohnhaus

Landmannstraße 56 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7581
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Landmannstraße 56, 50825 Köln
Baujahr1903 bis 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1903/04; Architekt: Rudolf Brovot; 2 Geschosse, ausgebautes Satteldach (2 Gauben, in der Substanz original, später verändert); 2 Achsen (Eingang rechts; Putzfassade mit Backsteingliederung; Kellersockel und unterer EG-Bereich backsteinverkleidet; EG: stichbogenförmige Fensteröffnungen, massive Fensterbänke; OG: 2 gekoppelte Fenster mit profilierten Stürzen und Backsteinvermauerungen im Kämpferbereich; Horizontalgliederung durch Backsteinlage (Sohlbankhöhe); Traufgesims über Konsolreihung (Backstein); Eingangstür/Fenster original; Rückfront: backsteinsichtig mit Horizontalgliederung; Treppenhaus linker Hand leicht vorgestuft; Balkon 1. OG mit Metallgeländer, Hoftür, Fenster original; seitliche Mauerzungen mit Mauerpfeilern (Hofbereich); Gaube neu verkleidet. Innen original: Bodenfliesen Vorflur/Treppenhaus EG; hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten, Kellerabgang und -tür; WC-Tür und Wohnungstür (Vorflur) im EG; Türen/Rahmen/Beschläge im OG/Dachgeschoß; Bad im Dachgeschoß nachträglich eingebaut; Dielenböden (pitchpine); Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt- Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Landmannstraße, die die Verbindung zwischen Subbelrather Straße, Nußbaumer Straße und Lenauplatz herstellt. Als Geschäftsstraße zählt sie zu den wichtigen Kommunikationszentren des Viertels. Von besonderer Bedeutung für die einheitliche Wirkung in diesem Bereich der Landmannstraße ist die systematische Ordnung der Hausgruppe Landmannstraße 48 - 62, die der Architekt Rudolf Brovot aus drei verschiedenen Haustypen symmetrisch komponierte, wobei die Häuser Nr. 52 und 54 die zentralen Bauten sind, von denen aus sich die Bebauung spiegelsymmetrisch entwickelt (eine ähnliche Planung führt Brovot gut 10 Jahre früher auf der Leostraße aus). Bauherr war die 1899 gegründete "Ehrenfelder Arbeiterwohnungsgenossenschaft" (seit 1941 "Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld e GmbH"), die das Bauland 1901 von Franz Zilkens erwarb, der so eine rasche Bebauung des Blocks Landmann-, Nußbaumer-, Chanisso- und Eichendorffstraße ermöglichte. Diese Bebauung war nach Projekten an der Vitalisstraße und der Felten- und Emilstraße das dritte Bauvorhaben der neuen Genossenschaft, die so einen wichtigen Siedlungsansatz schuf. Dem o. g. Objekt kommt als integralem Bestandteil dieser Planung eine stadtbildprägende Funktion zu, die die stadtteilspezifische Architektur dokumentiert und unbedint zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0