Wohnhaus
Landmannstraße 52 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7579 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Landmannstraße 52, 50825 Köln |
| Baujahr | 1903 bis 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.08.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Errichtet 1903 - 04; Architekt: Rudolf Brovot; 2 1/2 Geschosse, ausgebautes Satteldach; 2 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Backsteingliederung; Gebäudesockel (Keller, Teil des EG) backsteinsichtig; Betonung der rechten Gebäudeachse (zweiteilige backsteingefaßte Fenster im 1./2. OG, von Entlastungsbögen überfangen, im Dachbereich giebelartig überhöht); linke Fensterachse und EG-Fenster rechts mit schlicht profilierter Putzrahmung; Brüstungsfelder im 1. OG durch Backstein (links) und Aufputzungen (rechts) betont; abgesetzte Fensterbänke im 1. OG (Fensterbänke EG entfernt); Drempelgeschoß links mit Backsteinrahmung (auf stilisierten Konsolen) und -sturz; Eingangstür, Fenster, Dachflächenfenster neu; Rückfront: 3 Achsen (links vorgestuft); backsteinsichtig; 1. OG rechts Balkon (erneuert); stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert; Dachgesims (mit Zacken- und Würfelfries) betont. Innen original: Grundrisse (Dachgeschoß zu Wohnraum umgenutzt); ornamentierte Bodenfliesen mit Blumenmotiv im Vorflur/Treppenhaus; hölzerne Treppenanlage Anfang 70er Jahre historisierend erneuert; Decken abgehängt (Oberlicht verkleidet); Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten und die seitlichen Mauerzungen (weisen Hofbereich aus).
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Landmannstraße, die die Verbindung zwischen Subbelrather Straße und Lenauplatz herstellt. Als Geschäftsstraße zählt sie zu den wichtigen Kommunikationszentren des Viertels. Von besonderer Bedeutung für die einheitliche Wirkung in diesem Bereich der Landmannstraße ist die systematische Ordnung der Hausgruppe Landmannstraße 48 - 62, die der Architekt Rudolf Brovot aus drei verschiedenen Haustypen symmetrisch komponierte, wobei die Häuser Nr. 52 und 54 die zentralen Bauten sind, von denen aus sich die Bebauung spiegelsymmetrisch entwickelt (eine ähnliche Planung führte Brovot gut 10 Jahre früher auf der Leostraße aus). Bauherr war die 1899 gegründete "Ehrenfelder Arbeiterwohnungsgenossenschaft" (seit 1941 "Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld e GmbH"), die das Bauland 1901 von Franz Zilkens erwarb, der so eine rasche Bebauung des Blocks Landmann-, Nußbaumer-, Chanisso- und Eichendorffstraße ermöglichte. Diese Bebauung war nach Projekten an der Vitalisstraße und der Felten- und Emilstraße das dritte Bauvorhaben der neuen Genossenschaft, die so einen wichtigen Siedlungsansatz schuf. Dem o. g. Objekt kommt als integralem Bestandteil dieser Planung eine stadtbildprägende Funktion zu, die die stadtteilspezifische Architektur dokumentiert und unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0