Wohnhaus
Landmannstraße 48 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1452 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Landmannstraße 48, 50825 Köln |
| Baujahr | 1903 bis 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das 1903 - 1904 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Die Landmannstraße ist Teil der relativ geradlinig konzipierten Straßenanlage in Neuehrenfeld. Sie führt auf den Lenauplatz und mündet schließlich in die Nußbaumerstraße. Das Gebiet um die Landmannstraße wurde vorder Jahrhundertwende von Alois Schlösser, dem Besitzer des Subbelrather Hofs, als Wohnviertel erschlossen. Im Zeitraum zwischen 1899 und 1910 wurde die Bebauung mit Mietstockwerkhäusern vorgenommen. Gelegen am Rand einer Wohngegend, abseits der Ehrenfelder Produktionsbetriebe, entstanden Gebäude für Mieter mit zumeist mittleren, teils auch geringen Ansprüchen und finanziellen Möglichkeiten. Der Abschnitt zwischen Subbelrather Straße und Lenauplatz sowie die gerade Seite im weiteren Verlauf des Straßenzugs wurden mit größeren, drei- und mehrachsigen, dreigeschossigen Bauten mit relativ aufwendig gestalteten Giebelgeschossen versehen und zur Einkaufszeile für den täglichen Bedarf. Im anschließenden, ungeraden Abschnitt zur Nußbaumerstraße sind überwiegend zwei- bis zweieinhalbgeschossige, kleine Wohnhäuser anzutreffen. Sie sind Teil einer Blockbebauung und wurden von Rudolf Brovot in den Jahren 1903 - 1904 im Auftrag der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld errichtet. Sie dokumentieren anschaulich die fortschreitende Erschließung des Vororts und den starken Zuwachs der Bevölkerung in Ehrenfeld. Dieser genossenschaftlichen Bebauung ist auch das vorliegende Objekt zuzurechnen.
Das zweieinhalbgeschossige Gebäude mit zwei Achsen und schlichtem Ziergiebel weist eine sehr zurückhaltende, architektonische Gliederung auf, die auf einen Backsteinsockel, eine Backsteineinfassung der Gebäudekanten und ein achsübergreifendes Backsteinband zwischen erstem und zweiten Obergeschoß beschränkt ist. Die Grundfläche der Fassade ist über dem Backsteinsockel glatt verputzt.
Ein bescheidener Abwechslungsreichtum wird durch verschiedene Fensterformen und -größen sowie einen schlichten Backstein-Dekor und glatte Stuckrahmen an Fenstern und Giebel erzeugt. Die Fassadengestaltung in Putz und Backstein - typisch für Arbeiter-Architektur des frühen 20. Jahrhunderts - ist hier in einem anschaulichen Beispiel erhalten.
Das Gebäude hat im Inneren seine Ausstattung weitgehend bewahrt (u.a. originale Eingang-, Eingangsflur-, Flur-, Hof- und Kellertüre, originale Wohnungs- und Zimmertüren, originale Fenster, originales Treppenhaus und originale Wandfliesen). Zwar wurde teils geringfügig der originale Wohnungsschnitt verändert, doch ist ein wichtiges Charakteristikum die niedrige Geschoßhöhe und kleine Raumaufteilung (so ist z.B. der Eingangsflur durch eine Wand mit Durchgangstüre vom Hauptflur und Treppenhaus abgetrennt) erhalten geblieben.
Das Gebäude bildet mit den Häusern Landmannstraße 52 - 56 ein Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert und ist ein Zeugnis für die Erschließung Neuehrenfelds, nicht nur durch repräsentative Mietbauten sondern ebenso durch einfache und preiswerte Häuser durch die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfelds. Dieses Nebeneinander wird gerade im Bereich um die Landmannstraße augenfällig. Als Teil dieser städtebaulichen Entwicklung und als charakteristischer Typus gemeinnütziger Wohnungsbau-Architektur ist der Erhalt des vorliegenden Objekts unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0