Wohn- u. Geschäftshaus

Landmannstraße 17 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7596
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Landmannstraße 17, 50825 Köln
Baujahr1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1907; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit 3 originalen Dachhäuschen; 3 Achsen (Eingang links; Zugang zum Ladenlokal mittig); Putzfassade mit aufgeputztem horizontalem Fugenschnitt und Stuckgliederung im Stil der Neo-Renaissance; EG verändert; Mittelachse durch breite Fenster betont (Anordnung und Dimensionierung der Dachhäuschen analog zur Fassade); Fenster 1. OG mit stark profilierten Brüstungsfeldern, Rahmungen und giebelbekrönten Verdachungen (Mittelgiebel mit vollplastischem Frauenkopf); Fensterrahmungen 2. OG schlichter profiliert (Mittenbetonung durch schlußsteinartiges Schmuckelement); Drempelzone durch Konsolreihung gegliedert; Rückfront: Seitenflügel in Verlängerung der linken Gebäudeachse (zurückgestufte Treppenhausachse; 4 Achsen); Vorderhaus zweiachsig (zwei erneuerte Dachgauben); Rückfront komplett backsteinsichtig; Fensteröffnungen mit abgemauerten Segmentbögen; Fenster neu. Innen original: Terrazzobelag mit Bordüre und Ornamentfeld im Vorflur; Decke mit Stuckrahmung und Rosette; Treppe in Beton mit Antritts- und Zwischenpfosten, Geländerstäben und Handlauf in Holz; Holzverkleidung und Tür zum Keller; preußische Kappen in Beton und Keller; Dielenböden in den Obergeschossen (teilweise mit Spanplatten abgedeckt); 1. OG Wohnungsabschlußtür (außen verkleidet), Badezimmertür, Zimmertür von rechts mit Rahmen, doppelte Stuckleiste an der Decke (Kehle) vorn rechts und links, einfache Stuckleiste vorn Mitte, Fußleisten; Dachstuhl im Seitenflügel mit Drempel; Grundrisse (außer Wanddurchbruch 2. OG Straßenseite); Bestandteil des Denkmals ist auch ein erhaltenes Teilstück der rückwärtigen Hofmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Landmannstraße, die die Verbindung zwischen Subbelrather Straße und Lenauplatz herstellt. Als Geschäftsstraße zählt sie zu den wichtigen Kommunikationszentren des Viertels. In dem in weiten Teilen erhaltenen Straßenbild, bestehend aus Dreiachsenhäusern mit betonter Mittelachse, ist das o. g. Objekt ein wichtiger integraler Bestandteil, welches außerdem ein Ensemble mit dem fassadengleich gestalteten Nachbarhaus Nr. 15 bildet. Als bauliches Dokument der Entwicklung Neuehrenfelds ist es daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0